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Das Eagle-Tandem

Allgemeine Automobil-Zeitung • 1.3.1903

Wahrhaftig, die Ideen gehen im Auto­mobilis­mus nicht verloren. Lässt wirklich einmal ein Konstrukteur eine Idee fallen, so findet sich nach ein paar Jahren sicherlich ein anderer, der sie wieder aufnimmt. Wer wird beim Anblick des Eagle-Tandems, das wir hier abbilden, nicht an die alte Dreirad-Konstruktion von Bollée erinnert! Eagle-Tandem Man könnte das Eagle-Tandem ruhig als modernisierten Bollée bezeichnen, denn der Fortschritt der Details ist unverkennbar, aber im Grunde genommen ist es dieselbe Maschine, auf der Leon Bollée zum ersten Mal die sensationelle Leistung zuwege brachte, 60 Kilometer in 60 Minuten zu fahren.

Es ist möglich, dass der englische Konstrukteur gar nicht daran gedacht hat, ein Plagiat zu begehen, wird doch so manches im Auto­mobilis­mus drei- bis viermal nacheinander ›erfunden‹.

Das Eagle-Tandem war auf der Kristallpalast-Ausstellung in mehreren Modellen zu sehen, u. a. eines, bei dem beide Sitze bedeutend tiefer gelegt waren. - R E K L A M E - Eine Stunde auf der Berliner Börse und auf dem Leihamt Der Rahmen besteht aus geraden Rohren, die durch Verbindungsstreben versteift werden. Die Motorkraft wird zunächst mittelst Kette auf ein Vorgelege und von diesem durch zwei Ketten auf beide Seiten des Treibrades übertragen. Das Vorgelege ruht in massiven Lagern und trägt zwei Sperrklinken für die beiden Übersetzungen. Die Klinken haben konische Form und werden durch zwei bewegliche Hebelarme, die mittelst eines Gleitkonus am Vorgelege gehoben werden, eingeschaltet. Die Räder haben 3/8-zöllige Kugellager, das Kühlwasser wird mittelst einer durch Riemenantrieb betätigten Pumpe durch den Wassermantel und Radiator getrieben.

• Auf epilog.de am 28. Mai 2026 veröffentlicht

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