Berlin-Anhalter Eisenbahn

Brücken über den Landwehrgraben

Direktion der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn • 1842

Die Polizei-Behörde hatte bei der Genehmigung der hiesigen Bahnhofs-Anlage der Gesellschaft die Bedingung gestellt, die Brücken über den Landwehrgraben entweder gleich zum Durchlassen von Schiffen einzurichten, oder doch die Verpflichtung zu übernehmen, diese Einrichtung späterhin, wenn sie erforderlich würde, auf ihre Kosten, und ohne alle Entschädigungsansprüche herzustellen, weil es in der Absicht liege, den Landwehrgraben schiffbar zu machen. So erfreulich in dieser Beziehung die Realisierung dieses Projekts für die Gesellschaft sein würde, da hierdurch die Kosten für Heranschaffung des Brennmaterials bedeutend verringert würden, so nachteilig für den Betrieb der Bahn drohte die Störung durch eine spätere Veränderung in der Konstruktion der Brücken zu werden.

Aus diesem Grunde sind gleich jetzt an den beiden Brücken, welche zum Bahnverkehr dienen, die erforderlichen Einrichtungen gemacht worden, um künftig Schiffe durchlassen zu können. Da Zug- und Klappbrücken für den Eisenbahn-Verkehr keine genügende Sicherheit gewähren, so sind Drehbrücken von Gusseisen erbaut, als die, bei der vorhandenen sehr geringen Höhe der Schienen über dem Wasserspiegel, allein anwendbaren. Beide Brücken sind schön und dauerhaft ausgeführt, entsprechen ihrem Zweck vollkommen, und haben zusammen einen Kostenaufwand von rund 18 640 Taler erfordert. Die andern beiden Brücken über den Landwehrgraben (außerhalb des Bahnhofes) sind mit massiven Mittelpfeilern, hölzernem Oberbau, und hölzernen Pfahljochen erbaut. Die Unterhaltung derselben hat Fiskus übernommen. Die Erbauung derselben war uns vom Königl. Kriegs-Ministerium zur Bedingung gestellt, und ist, wie schon angeführt, auch unserem Frachtverkehr förderlich. Die Anlage der zweiten Brücke wurde hauptsächlich dadurch motiviert, dass durch dieselbe die Grundstücke, welche der Gesellschaft zu beiden Seiten der Straße gehören, im Wert gewinnen, und deren Verkauf erleichtert wird. Die Kosten für diese beiden Brücken betragen rund 11 000 Taler.

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Durch den immer mehr anwachsenden Verkehr auf der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn und dem Umbau des Anhalter Personen-Bahnhofs wurde es notwendig, die Werkstätten auszugliedern. Ende der 1870er Jahre entstand außerhalb der Berliner Ringbahn auf einer Fläche von 1 km² der neue Werkstätten-Bahnhof, der hier detailliert beschrieben wird.
eBook € 1,99 | eISBN: 978-3-7347-1133-6

• Auf epilog.de am 1. Oktober 1997 veröffentlicht

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