VerkehrStraßenverkehr

Die Autobahn nach Hannover – ein Meilenstein im Berlin-Verkehr

Festakt für die Autobahn

Berliner Wirtschaft • Dezember 1999

Am ehemaligen Grenzübergang Helmstedt / Marienborn wurde am 9. November 1999 der Abschluss der Arbeiten zum sechsstreifigen Ausbau der Autobahn Berlin–Hannover (A 2) gefeiert. Die wichtigste Fernstraßenverbindung dieser Stadt ist damit kein Engpass mehr. Ein besonders wichtiger Meilenstein beim Aufbau moderner, leistungsfähiger Verkehrswege von und nach Berlin ist erreicht. Auch auf dem brandenburgischen Streckenanteil der Autobahn Berlin–Nürnberg (A 9) kann der Verkehr von Mitte Dezember an ungehindert auf sechs Streifen fließen.

Die in den 1930er Jahren gebaute Autobahn A 2 bildet in ihrer Gesamtheit die traditionelle, viel befahrene Achse Berlin–Hannover–Ruhrgebiet. Während der Zeit der Teilung war sie als kürzeste Straßenverbindung zwischen dem Westteil Berlins und dem damaligen Bundesgebiet die am stärksten belastete Transitstrecke. Sie wurde in den 1970er Jahren aufgrund einer Vereinbarung im Rahmen des ›Transitabkommens‹ erneuert. Allerdings war die vierstreifige Autobahn ohne Standspuren dem hohen Anstieg des Verkehrsaufkommens im Zuge der Wiedervereinigung nicht mehr gewachsen. Ihre neue Funktion als europäische Ost-West-Achse nach Öffnung der Grenzen zu Osteuropa brachte weitere Belastungen. Durch das hohe Aufkommen kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Staus in Rekordlänge, so dass die A 2 für den Gütertransport von und nach Berlin ein erhebliches Hindernis darstellte. Der sechsstreifige Ausbau der A 2 wurde daher 1992 in die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE) aufgenommen.

In den vergangenen Jahren investierte der Bund in die 209 km lange Strecke zwischen dem Autobahndreieck Werder am Berliner Ring und dem Autobahnkreuz Hannover/Ost rd. 3,6 Mrd. DM. Etwa 53 % der Strecke wurde in Regie der Länder Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gebaut, rd. 47 % durch die in Berlin ansässige Deges Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH. Nach Angaben des Bundes liegt die Verkehrsbelastung auf der A 2 schon heute zwischen 58 000 und 88 000 Fahrzeugen am Tag mit einem Schwerverkehrsanteil von rd. 19 %. Für das Jahr 2010 werden knapp 100 000 Fahrzeuge pro Tag erwartet.

Im Gegensatz zur A 2 sind die Ausbauarbeiten an der Autobahn A 9 Berlin-Nürnberg (VDE-Projekt 12) noch lange nicht abgeschlossen. Zwar stehen dem Verkehr nach dem jetzt beendeten Ausbau in Brandenburg bis Ende nächsten Jahres auch in dem bayerischen Teilstück ganz überwiegend sechs Streifen zur Verfügung, doch sind in Sachsen-Anhalt und in Thüringen noch viele Abschnitte im Bau. Nach der gegenwärtigen Planung soll der letzte zwischen Hermsdorf und Lobenstein erst 2007/8 in Betrieb gehen.

• Hans-Michael Drutschmann

• Auf epilog.de am 10. Dezember 1999 veröffentlicht