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Der amerikanische Dampfwagen

Pfennig Magazin • 13.1.1838

Amerikanische Dampfwagen

Der hier abgebildete Dampfwagen stellte die seit kurzem auf der Baltimore-Ohiobahn in Anwendung befindliche Lokomotive vor. Die Vorzüge dieser Maschine sind: die Heizung kann mit Anthrazitkohlen besorgt werden; die mit den Kolbenstangen verbundenen Lenkstangen setzen nicht nur, wie es bei den verbesserten Stephenson­schen Dampfwagen der Fall ist, die zwei vordersten, sondern alle vier Räder dergestalt in Bewegung, dass dadurch ein Fortschieben bewirkt wird; der Kessel steht vertikal und die Zylinder frei daneben; die Maschine wirkt mit einer fortgesetzten Kraft von 1000 kg, so dass sie auf einer ebenen Bahn 211 Tonnen mit einer Geschwindigkeit von 16 km/h fortbewegt. Das Gewicht dieser Maschine ist von 7 zu 8½ Tonnen und dieselbe hat außer ihrem Gewicht eine Last von 17½ Tonnen eine geneigte Fläche hinauf, die eine Steigung von 1 : 120 hatte, auf einer Strecke von 655 m mit der sich gleichbleibenden Geschwindigkeit von 9½ km/h fortgezogen.

So ungeheuer nun auch die Geschwindigkeit ist, und ungeachtet dieselbe alles übersteigt, was man bis jetzt gesehen und gehört, so ist doch nicht zu vermuten, dass der Erfindungsgeist dabei stehenbleiben wird.

Buchtipp:
Die großartige Entwicklung von Berlin und seinen Vororten ab 1870 hat an den Verkehr auf den Eisenbahnen, besonders an den Verkehr zwischen den Vororten und der inneren Stadt Berlins, Anforderungen gestellt, denen nur durch besondere Anlagen und durch eine besondere Betriebsweise genügt werden konnte. Von dem Aufschwung erhält man ein Bild, wenn man die Entwicklung der Potsdamer Bahn verfolgt. Auf den vorhandenen zwei Gleisen, der sogenannten Stammbahn, ließen sich die drei Verkehrsarten, der Fernverkehr, Güter- und Vorortverkehr, nicht mehr in voller Regelmäßigkeit bewältigen und es musste zur gründlichen Abhilfe der auftretenden Schwierigkeiten die Strecke Berlin – Potsdam viergleisig ausgebaut werden. Die dadurch entstandene neue Vorortbahn, welche am 1. Oktober 1891 eröffnet wurde, hat zum Unterschied von der alten Potsdamer Bahn die Bezeichnung ›Wannseebahn‹ erhalten.
  PDF-Leseprobe € 14,90 | 104 Seiten | ISBN: 978-3-695-14284-2

• Auf epilog.de am 13. Mai 2026 veröffentlicht

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