VerkehrSchifffahrt

Worms de Romillys Reaktionspropeller

Polytechnisches Journal • 1880

Zur Fortbewegung von Schiffen durch Einsaugen des Bugwassers und Ausstoßung desselben am Heck bringt F. L. Worms de Romilly in Paris ein unter der Wasserlinie durch das ganze Schiff vom Bug bis zum Stern gehendes horizontales Rohr T an, welches sich hinten mäßig konisch erweitert und vorn durch ein nach hinten sich öffnendes Ventil s geschlossen ist. Das die Reaktion bewirkende Wasser wird durch dieses Rohr nicht in einem ununterbrochenen Strahl, sondern stoßweise getrieben. Zu diesem Zweck ist mit dem Rohr T durch zwei Bögen b und h ein Zylinder v verbunden, in welchen das Wasser aus dem vorderen Teil des Rohres T eintritt, um hierauf durch von oben in den Zylinder eingeführten Dampf oder gepresste Luft nach rückwärts in das Rohr T getrieben zu werden. Hierbei öffnet sich ein den Bogen h abschließendes Ventil, während sich das Rückgangsventil bei b schließt.

Worms de Romillys Reaktionspropeller

Von den verschiedenen in Vorschlag gebrachten Anordnungen stellt die Abbildung jene dar, bei welcher durch das Dampfrohr l eines Kessels ein Dampfstrahl in die Mündung des kegelförmigen Zylinderaufsatzes r getrieben wird. Durch die hierbei in den Zylinder mitgerissene Luft soll in dem lufterfüllten Raum desselben die Spannung genügend erhöht werden, um das Wasser kräftig auszustoßen. Das Sinken des Wasserspiegels im Zylinder bewirkt aber den Niedergang eines Schwimmers oder Kolbens in dem mit dem Zylinder kommunizierenden Rohr a und dies hat weiter das Absperren des Dampfes zur Folge. Durch den im Zylinder herrschenden Überdruck schließt sich nun sofort das Rückgangsventil c und die Luft im Zylinder expandiert, das Wasser weiter aus dem letzteren drückend, bis zum Atmosphärendruck. Eine weitere Expansion ist nicht möglich, da sich nun das Ventil bei b hebt, um wieder Wasser bis zur Herstellung des äußeren Wasserstandes in den Zylinder treten zu lassen. Mit dem Ventil b wird gleichzeitig ein Luftventil e an der Zylinderdecke gehoben, um der durch das steigende Wasser verdrängten Luft einen Ausweg zu verschaffen. Aber auch der Schwimmer oder Kolben in a muss sich mit dem Wasserspiegel wieder heben, und da hierdurch die Dampfleitung l wieder geöffnet wird, so wiederholt sich das Spiel von neuem. Um in die Bewegung des Schwimmers oder Kolbens eine gewisse Gleichförmigkeit zu bringen, wird dessen Verbindung mit einem Schwungrad m in Vorschlag gebracht.

• Auf epilog.de am 24. Juli 2022 veröffentlicht