Forschung & TechnikTechnik

Teslas Versuche

Prometheus • 4.10.1893

Einem Bericht der Zeitschrift für Elektrotechnik über die weiteren Versuche und Forschungen Teslas entnehmen wir Folgendes. Bei den Versuchen, welche in mehreren amerikanischen Städten vor zahlreichen Zuhörerschaften vorgenommen wurden, entwickelte dieser hervorragende Elektriker Ströme mit Hunderttausenden von Spannungseinheiten sowie mit Millionen von Richtungswechseln. Er ließ diese Ströme durch Glasröhren und Lampen fließen, welche dadurch zaubervolle Lichtwirkungen aufwiesen. Isolierte Drähte von mehreren Metern Länge erglänzten in phosphoreszierendem Glanz. Ferner zeigte Tesla wiederum, dass man luftleere Röhren oder Lampenkörper nur in den Raum zu bringen braucht, wo solche Ströme erzeugt werden, um sie zum Leuchten zu bringen, ohne dass sie mit der Elektrizitätsquelle in leitender Verbindung stehen.

Ferner leitete Tesla durch seinen Körper Wechselströme von 250 000 bis 300 000 Volt Spannung ungestraft hindurch. Leider verschwieg er aber vorläufig, durch welche Anordnung er das Kunststück zuwege bringt, welches allen bisherigen Anschauungen schnurstracks zuwiderläuft und zeigt, dass wir dereinst wahrscheinlich Ströme von bisher unerhörter Spannung gefahrlos in die Häuser und über die Straßen weg werden leiten können. In dieselbe Versuchsreihe gehörte das Experiment mit einem Hochspannungs-Transformator, an dessen einem Wickelungsende eine Spannung von 200 000 Volt bestand. Tesla berührte das andere Wickelungsende, und nun gingen Ströme bläulichen Lichts von seinen Fingerspitzen ab. Endlich zeigte er die Wirkung der Luft zwischen zwei Kondensatorplatten. Wurden diese mit den Enden des vorgenannten Transformators verbunden, so erstrahlte der etwa 25 cm betragende Raum zwischen den Platten in bläulichem Licht. Hierbei entwickelten sich Ozon und salpetrige Säure und verbreitete sich der Geruch, welcher derartige Entwicklungen kennzeichnet.

• Auf epilog.de am 27. Oktober 2021 veröffentlicht