Handel & IndustrieDruck & Papier

Schnellläufer-Rotationsmaschinen
für Zeitungsdruck

Illustrierte Technik • 5.8.1925

Voraussichtliche Lesezeit rund 9 Minuten.
rotationsmaschine

Als Ende der 1870er Jahre die Rotationsmaschinen für Tageszeitungen in Aufnahme kamen, ging deren Stundenleistung kaum über 8000 Exemplare. Die unvollkommene Konstruktion der Falzapparate setzte eine obere Geschwindigkeitsgrenze. Erst durch die Einführung des Trichterfalzes wurde diese Geschwindigkeitsgrenze überwunden und man konnte, insoweit der Falzapparat in Betracht kam, die Geschwindigkeit fast beliebig steigern. Trotzdem ging man schließlich nicht über 200 m/Minute hinaus (etwa 12 000 Zylinder-Umdrehungen entsprechend), weil sich sonst so viele Störungen im Druck und hauptsächlich im Papierablauf durch Reißen des Papiers einstellten, dass die effektive Leistung nicht gesteigert wurde. Diese in der Praxis erprobte Geschwindigkeit hatte sich allgemein als Normalgeschwindigkeit eingebürgert und man glaubte, darüber auch nicht wesentlich hinausgehen zu können. Aber eine einmal eingeleitete Entwicklung kommt selten zum Stillstand. Die Auflagen unserer Zeitungen fuhren fort, zu wachsen, und zwar in gewaltigem Ausmaß, das Bestreben, möglichst aktuell zu sein, wurde im Wettbewerb der Zeitungen immer ausgesprochener und die Raumverhältnisse, besonders in den großen Städten immer beschränkter, so dass der Zeitungsdrucker immer mehr Wert darauf legen musste, auf einen möglichst kleinen Raum, in möglichst kurzer Zeit eine möglichst große Anzahl von Zeitungsexemplaren hinauszuwerfen. Und so stehen wir jetzt in einem neuen Stadium des Rotationsmaschinenbaues. Man verlangt in den Großbetrieben des Zeitungsdruckes heute von einer Rotationsmaschine eine über die bisherige Normalpapiergeschwindigkeit von 200 m/Minute wesentlich hinausgehende Leistung; man verlangt bis 300 m/Minute-Geschwindigkeit, wie in Amerika, wo man uns in allem was Zeitungsrekorde anlangt, meist um eine Nasenlänge voraus ist. So werden denn auch bei uns jetzt vielfach Rotationsmaschinen für diese hohen Leistungen gebaut. Aber man muss da einen Unterschied machen; es lässt sich nämlich die Geschwindigkeit normaler Rotationsmaschinen durch kleine Mittel noch etwas hinaufschrauben, aber eine solche Maschine bleibt eben doch eine Maschine, die eigentlich schneller läuft, als sie ihrer Gesamtanlage nach laufen soll und auf die Dauer laufen kann. Von diesen Maschinen wollen wir nicht sprechen, sondern nur von den eigentlichen Schnellläufern, d. h. von solchen Rotationsmaschinen, die in ihrer ganzen Anlage und in dem Ausbau der Einzelheiten ausdrücklich für die hohe Geschwindigkeit berechnet sind.

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• Auf epilog.de am 16. Januar 2022 veröffentlicht

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