Forschung & Technik – Technik

Petroleumlampe mit Auerbrenner

Das Neue Universum • 1898

Die großen Vorzüge, welche die Auerschen Glühstrümpfe für die Gasbeleuchtung besitzen haben dahin geführt, ihren Verwendungskreis schnell über das Gebiet des Leuchtgases zu erweitern. Sowohl für Petroleum wie für Spiritusverbrennung hat man eine Reihe von Glühlampen konstruiert, und eine von den ersteren zeigen unsere Abbildungen. Petroleumlampe mit Auerbrenner Der Durchschnitt durch den Brenner der Petroleumglühlampe ist in seinem unteren Teile ohne weiteres verständlich. Man sieht den ins Bassin reichenden Docht C, der mittelst Schraube und Zahnstange S N bewegt wird. Die Luftzuführung geschieht von innen durch die durchbrochene Galerie F und das Rohr L, von außen durch die Galerie V’ mit dem aufgesetzten Ring D, der oben in einen kleinen, konischen Kamin ausläuft, auf dessen Spitze der Glühstrumpf aufgestreift wird. Die durch eine kupferne Brennscheibe H entfaltete Flamme befindet sich am unteren Ende innerhalb des Glühstrumpfes, und beim Anzünden der Lampe wird nach dem Abnehmen der Galerie D mit dem Strumpf und Zylinder zunächst nur diese untere Flamme entzündet. Nachdem sich die Brennscheibe eine Minute lang erhitzt hat, setzt man Zylinder und Strumpf wieder auf und befestigt die Hülse D durch die beiden rechts und links sichtbaren Schräubchen. Der Docht wird nun allmählich höher geschraubt und bringt in kurzer Zeit durch den entstehenden Überschuss brennbarer Petroleumgase den Glühstrumpf zum Leuchten. Die Leuchtkraft der Petroleumglühlampe nach dem System Ditmar wurde bei einem stündlichen Petroleumverbrauch von 36 g auf 46 Kerzen festgestellt, während eine gewöhnliche Petroleumlampe mit Rundbrenner bei einem stündlichen Verbrauch von 60 g nur 20 Kerzen Leuchtkraft entwickelte. Wenn man sich über die einmaligen Anschaffungskosten hinwegsetzt, dürfte demnach schon heute der Gebrauch von Petroleumglühlampen trotz des Mehraufwandes für die Glühstrümpfe mit ökonomischen Vorteilen verbunden sein.

Buchtipp:
Naturwissenschaft und Technik bilden die Grundpfeiler unserer Kultur. Alles, was das moderne Leben von früheren Epochen der Menschheit in charakteristischer Weise unterscheidet, beruht in letzter Linie auf den Fortschritten des Naturerkennens und der wachsenden Fähigkeit, Kräfte der Natur in den Dienst der Menschen zu zwingen.
Der Ingenieur und technische Publizist Siegfried Hartmann (1875 – 1935) bewegte die größeren Tageszeitungen dazu, regelmäßig allgemeinverständliche Artikel zu veröffentlichen, die in unterhaltender Form die wichtigsten technischen und naturwissenschaftlichen Erscheinungen dem Verständnis des Lesers näherbringen. Aus diesen Aufsätzen stellte Hartmann für dieses Buch einen repräsentativen Querschnitt zusammen.
  PDF-Leseprobe € 18,90 | 182 Seiten | ISBN: 978-3-695-71317-2

• Auf epilog.de am 26. Mai 2021 veröffentlicht

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