Handel & IndustrieBergbau

Neue Grubenlampe

Die Umschau • 18.1.1908

Zwei Brüsseler Ingenieure haben eine neue Grubenlampe erfunden, die gestattet, Grubengas oder Kohlensäure in Bergwerken sicher nachzuweisen. Sie beruht darauf, dass gewisse Flammen, wie z. B. die des Benzins, ihre Größe und Stärke nicht ändern, solange sie in gleichmäßiger Umgebung bleiben; in eine Umgebung von Grubengas gebracht, vergrößert sich jedoch diese Flamme und ebenso nimmt sie ab, wenn die umgebende Luft Kohlensäure enthält. Diese Erscheinung hat man wie die Frankfurter Zeitung berichtet, dazu ausgenutzt, über der Flamme ein Thermo-Element anzubringen, das mit einem Galvanometer verbunden ist. Befindet sich nun in der Umgebung dieser Lampe Grubengas, so wird die Flamme heißer und das Galvanometer zeigt einen Ausschlag; ein Ausschlag nach der andern Seite weist darauf hin, dass der Strom schwächer geworden ist. So kann man mit dieser Lampe mit Leichtigkeit die Anwesenheit schädlicher Gase in den Bergwerken feststellen; verbindet man das Galvanometer mit einem Registrierapparat, so ist man auch imstande, die Zusammensetzung der Luft in dem Bergwerk an den verschiedenen Orten zu vergleichen.

• Auf epilog.de am 20. September 2021 veröffentlicht