Handel & IndustrieLebensmittelproduktion

Die Gießhübler Sauerbrunnquelle

Der Stein der Weisen • 1893

Voraussichtliche Lesezeit rund 13 Minuten.

Die Gieß­hübler Sauer­brunn­quelle, Buch­säuer­ling, welche an der Westseite des Buchberges, etwa 40 m über der Talsohle entspringt und nach diesem einst so benannt worden, ist schon seit vielen Jahrhunderten bekannt. Die erste authentische Nachricht erhalten wir von Payer de Cubito im Jahr 1522, wo dieser einzige damals in Karlsbad lebende Arzt in seinem ›Tractatus de Thermis Caroli IV, Lipsiae 1522‹ erzählt, dass der Buch­säuer­ling von Landleuten der Umgebung Karlsbads auf Wagen nach Karlsbad geschafft wurde, um ihn dort als einziges gutes Trinkwasser an die Einheimischen und die Badegäste zu verkaufen.

Rendenius, ein zu seiner Zeit berühmter Arzt in Schlaggenwald, beschreibt im Jahr 1613 die Quelle näher und gibt bereits Indikationen zum Kurgebrauch des Buch­säuer­lings, indem er sagt: Drahtseilbahn zur Quelle.Drahtseilbahn zur Quelle. »Die in der Nähe Karlsbads gelegenen Sauerquellen des Buchberges vermehren den ausgezeichneten Ruf der Karlsbader Quellen und machen deren (der Karlsbader Quellen) Gebrauch angenehmer und heilsamer, indem sie bei der Behandlung der Melancholie und Hypochondrie, bei Unreinig­keiten der Säfte des Unterleibes, bei Darmobstruktionen und akuten Krankheiten vortreffliche Dienste leisten.«

Fabian Summer erwähnt des Buch­säuer­lings im Jahr 1571. Georg Handsch, Leibarzt des Erzherzogs Ferdinand, erzählt in seinem Tagebuch über zwei Reisen mit der erzherzoglichen Familie nach Karlsbad, dass daselbst die Frau Erzherzogin im Jahr 1571 und 1574 im Karlsbader Wasser gebadet und den Buch­säuer­ling getrunken habe.

Im Jahr 1867 beginnt für Gieß­hübl eine neue Ära: In diesem Jahr pachtete der schon damals als Karlsbader Mineralwasserpächter bekannte Industrielle Heinrich Mattoni von Freiherrn von Neuberg die Gieß­hübler Quellen und nun kam neues Leben in das Versandgeschäft dieses Wassers. Die Steinkrüge mussten Glasflaschen weichen, es entstanden langgestreckte Gebäude zu Versandzwecken, die Versendung nahm einen großen Aufschwung und auch der unbedeutende Kurort begann bekanntzuwerden, und sich mit Kranken und Erholungsbedürftigen zu füllen. Im Jahr 1873 kaufte Mattoni das ganze Gieß­hübler Quellengebiet von dem Nachfolger des Freiherrn von Neuberg im Besitz der Domäne Gieß­hübl – Grafen Hermann Czernin – in einer Ausdehnung von beinahe 300 Hektar Hochwald mit sämtlichen auf demselben befindlichen Quellen und Gebäuden – und jetzt erst ging es an ein Schaffen und Bauen. Bauerngründe wurden zur Arrondierung zugekauft, die Gebäude wurden erweitert, eine Drahtseilbahn zur Quelle und Süßwasserleitungen zum Zweck der Flaschenreinigung wurden angelegt, Brücken wurden über die Eger errichtet, am linken Ufer Villen gebaut, am Kreuzberg Felsen gesprengt und an deren Stelle eine Wasserheilanstalt gebaut. Allmählich entstanden Restaurationen, Privathäuser und andere Bauten. Es wurden Ärzte angestellt, Post- und Tele­grafen­station errichtet usw.

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• Auf epilog.de am 14. August 2026 veröffentlicht

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