Handel & Industrie

Gewinnung des Lacks

Das Neue Universum • 1896

Voraussichtliche Lesezeit rund 7 Minuten.
StocklackStocklack.

Der Lack (Gummilack), ein ebenso wichtiger wie infolge seiner Schönheit beliebter Farb- und Deckstoff, ist ein Harz, welches nach dem Stich der Lackschildlaus aus den jüngsten Trieben verschiedener tropischer Bäume ausläuft und an den Zweigen hängenbleibt. Man sammelt die Harzmassen, indem man diese Zweige abbricht oder aber die Harzkrusten ablöst. Ersterer heißt im Handel Stocklack und ist in unsrer ersten Abbildung dargestellt, letzterer Körnerlack. Die Gangesländer, Siam und Assam liefern die größte Masse, Bengalen und das Irrawaddybecken die besten Sorten, die meist nach China und Japan exportiert werden. Noch eine dritte Sorte kommt im Handel vor, der Plattenlack. Seine Herstellung geschieht in folgender Weise. Stocklack wird zerkleinert, um die Holz- und Rindenteile auszusondern, dann in Bottiche gesammelt und mit Wasser übergossen. Die Eingeborenen bearbeiten ihn dann, wie aus der folgenden Abbildung zu ersehen ist, mit den Füßen, indem das Wasser so lange erneuert wird, bis es klar bleibt. Sodann kocht man den Lack mit alkalischem Wasser, um den darin enthaltenen Farbstoff zu gewinnen. Das Harz sammelt sich dabei an der Oberfläche, während der schwerere Farbstoff, Lackdye genannt, niedersinkt. Dieser Farbstoff kommt dem der Cochenille (Karmin) sehr nahe und wird zum Färben von Baumwolle und Seide benutzt.

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• Auf epilog.de am 11. Oktober 2017 veröffentlicht

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