Handel & IndustrieDruck & Papier

Fahrkarten-Druckmaschine

Der Stein der Weisen • 1891

FahrkartendruckmaschineFahrkarten-Druckmaschine von J. F. Klein

Bei der englischen Bank war es früher gebräuchlich, die Nummer und das Datum der Banknote schriftlich einzutragen. Im Jahre 1809 wurde zu diesem Zwecke die von Brahma erfundene Maschine eingeführt, mittelst welcher das Datum und die Nummer genauer, gleichförmiger, zierlicher und schneller eingetragen werden konnten. Früher glaubte man einen Commis hinreichend beschäftigt, wenn er die doppelte Nummer und das doppelte Datum täglich in 400 Noten eintrüge, mit der Einführung dieser Maschine bedruckte jeder Commis aus diese Weise 1300 doppelte oder 2600 einfache Noten. Heute besitzt sie Handnummerateure, mit denen ein Arbeiter 700 bis 1000 Nummern in der Stunde eindrucken kann; Nummeriermaschinen, welche zugleich als Druckmaschinen für Briefköpfe, Karten, Bücherköpfe und zum Paginieren von Kontobüchern zu verwenden sind, und vollkommenere, welche mit Schnellpressen verbunden sind und sämtliche Coupons oder Dividendenscheine nebst dem Talon, wenn passend auch die Aktie, mit einem Druck nummerieren.

Der Druck von Fahrkarten wird in Amerika mittelst besonderer Maschinen zu staunend billigen Preisen besorgt. In München hat J. F. Klein eine Maschine zum Druck von Fahrkarten für Pferdebahnen und ähnlichen Billetts konstruiert, welche, von einem Burschen betrieben, täglich 180 000 Billetts mit zwei Farben liefert. Diese Maschine beruht teils auf Tiegel-, teils auf Zylinderdruck. Unter der Schraube befindet sich der Nummerateur mit dem Schwarzfarbenwerk, vorne wird mittelst des Zylinders die Transparentfarbe auf die Karten gedruckt. Die Presse ist einen Meter lang, einen halben Meter hoch und breit, bedruckt Papierstreifen von 2 bis 10 Zentimeter Länge.

• Auf epilog.de am 8. April 2021 veröffentlicht