VerkehrEisenbahn

Elektrische Schnellbahn Liverpool – Manchester

Deutsche Bauzeitung • 5.10.1901

Das englische Oberhaus hat die Genehmigung zur Erbauung einer elektrischen Bahn zwischen Liverpool und Manchester gegeben. Die ganze Strecke, die 52 km lang ist, soll in 18 – 20 Minuten durchfahren werden, so dass eine Geschwindigkeit von etwa 160 km/h werden soll. Durch eine Verbindung der Westing­house- und der elektrischen Bremse wird der in voller Geschwindigkeit dahin­sausende Wagen in 37 Sekunden, d. h. auf eine Entfernung von ungefähr 950 m, zum Stehen gebracht. Den zum Betrieb notwendigen Strom soll die Bahn von einem in Warrington, ungefähr auf halber Strecke, gelegenen Elektrizitätswerke erhalten. Die Wagen fassen bequem 60 – 90 Personen, so dass bei einer den Verkehrsverhältnissen angepassten Zugfolge von 5 – 15 Minuten 18 000 Personen täglich befördert werden können, eine Zahl, die aber erheblich überschritten werden kann. Die einzelnen Wagen (nur solche und keine Züge werden verkehren) erreichen ihre volle Geschwindigkeit erst, nachdem sie 3 km von der Abgangsstation entfernt sind, und durchlaufen die ganze Strecke ohne Aufenthalt. Sollte das Unterhaus dem Beschlüsse des Oberhauses beitreten, so dürfte der Bau der Bahn bald beginnen und binnen kurzem an der Stelle, wo einst Stephenson seine erste Eisenbahn in Betrieb setzte, die erste dem Fernverkehr dienende elektrische Schnellbahn erstehen.

Buchtipp:
Am 15. Juni 1880 wurde das neue Empfangsgebäude der Berlin-Anhalter Eisenbahn am Askanischer Platz dem Verkehr übergeben. Doch die Eröffnung des imposanten Bauwerks von Franz Schwechten war nur eine Etappe des 1871 begonnenen Umbaus des Anhalter Bahnhof in Berlin. Auf einer Länge von 5 km wurden neben dem Personenbahnhof ein Güterbahnhof, Werkstätten, Aufstell- und Verschiebegleise und viele weitere Anlagen neu errichtet. In zeitgenössischen Originaltexten werden die Anfänge der Berlin-Anhalter Eisenbahn, der Umbau des Bahnhofs und die Architektur der Gebäude geschildert. Zahlreiche Fotos und Zeichnungen illustrieren dieses Zeitdokument der Berliner Verkehrs- und Architekturgeschichte.
  PDF-Leseprobe € 14,90 | 98 Seiten | ISBN: 978-3-7431-9651-3

• Auf epilog.de am 4. Mai 2022 veröffentlicht

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