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Empfangsgebäude auf den Bahnhöfen Hersfeld und Gelnhausen

Zentralblatt der Bauverwaltung • 10.6.1882

Die zur Zeit im Bau begriffenen Empfangsgebäude der Bahnhöfe in Hersfeld und Gelnhausen, deren Erdgeschoss-Grundriss unten stehend dargestellt ist, sind nach einer seitens des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten gegebenen Grundrissskizze im bautechnischen Büro der Königlichen Eisenbahn-Direktion Frankfurt a.M. entworfen worden. Die Gebäude enthalten, bei einer bebauten Grundfläche von je 407m², im Erdgeschoss die für den Aufenthalt des Publikums, den Stationsdienst und die Post notwendigen Räume, im ersten Stock Wohnungen für den Stations-Vorsteher und dessen Assistenten, sowie für den Restaurateur. Unterkellert sind nur die beiden Flügelbauten. Die Geschosshöhen betragen für das Erdgeschoss 4,25m, für das erste Stockwerk 3,25m bzw. 2,90m im lichten. Die für die Benutzung des Publikums bestimmten Aborte sind in einem besonderen kleinen Gebäude von 33m² Grundfläche untergebracht.

Grundriss vom Erdgeschoss | 1. Vestibül | 2. Billettschalter | 3. Gepäckschalter | 4. Wartesaal I. u. II. Kl. | 5. Wartesaal III. u. IV. Kl. | 6. Damenzimmer | 7. Buffet | 8. Stat.-Vorsteher | 9. Telegraf | 10. Post | 11. Portier

Die Architektur-Gestaltung und Detaillierung, welche dem Unterzeichneten übertragen war, schließt sich dem Stil der in beiden Städten erhaltenen mittelalterlichen Denkmäler an; so zwar, dass für das Empfangsgebäude in Hersfeld schwerere romanische Formen gewählt sind, während in Gelnhausen, bei übrigens gleichem Grundriss, eine Detailausbildung im Sinne des Übergangsstils stattgefunden hat. Die Fassaden sind in Sandstein ausgeführt, der für das Hersfelder Gebäude den der Bahnverwaltung gehörigen Brüchen von Jossa entnommen ist, welche ein rot und weiß gefärbtes Material liefern. In Gelnhausen ist der am Ort gebrochene gleichmäßig rote Stein zur Verwendung gekommen. Die Dachflächen sind mit deutschem Schiefer eingedeckt. Veranschlagt sind die Gebäude mit der Abortsanlage auf je 85000 Mark. Die Bauausführung liegt in den Händen des Königlichen Eisenbahn-Betriebs-Amts Frankfurt a.M. bzw. der diesem unterstellten Bau-Inspektionen Fulda und Frankfurt a.M.

• Rowald

Empfangsgebäude auf dem Bahnhof Hersfeld.

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