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Seilbetrieb der elektrischen Straßenbahn in Palermo auf der Steilrampe

Illustrierte Technik • 8.7.1925

Straßenbahn in PalermoDer Seilbahnwagen kommt aus der Vertiefung und legt sich vor den Straßenbahnwagen.

Eine interessante Anlage, die in dieser Art zum ersten Mal ausgeführt wurde, kam in Palermo in Betrieb. Die Straßenbahnwagen von Palermo nach Montreale müssen eine steile Hügelrampe hinauffahren, deren größte Steigung etwa 20 % erreicht. Da gewöhnliche Wagen mit Reibungsbetrieb höchstens Steigungen bis 9 % befahren können, hat man auf der Steilanlage eine neuartige Drahtseilbahnanlage eingeschaltet. Straßenbahn in Palermo Zwischen den Straßenbahngleisen liegt auf der Steilrampe noch ein schmalspuriges Gleis, auf welchem ein mit Führersitz versehener Schiebewagen fährt, der in der bekannten Betriebsweise der Drahtseilbahnen durch ein über den Antrieb in der oberen Station umlaufendes Drahtseil im Pendelverkehr gegen einen gleichzeitig abwärtsfahrenden Schiebewagen die Rampe hinaufgezogen wird. Wie die Bilder zeigen, fährt der ankommende Straßenbahnwagen über eine Vertiefung hinweg. Aus letzterer kommt dann der Schiebewagen auf dem Schmalspurgleis herauf, legt sich vor den Straßenbahnwagen und schiebt diesen durch Seilzug die Rampe aufwärts; gleichzeitig fährt auf dem zweiten Gleis der Gegenwagen abwärts, wozu in der Mitte eine Ausweiche angeordnet ist. Auf der ebenen Strecke angelangt, ist der Schiebewagen wieder in die Vertiefung eingefahren und der Straßenbahnwagen fährt mit eigenem Motor weiter.

Der Vorteil dieser Anordnung ist, dass die Fahrgäste mit der Straßenbahn ohne Umsteigen den Berg hinaufbefördert werden.

• Auf epilog.de am 26. November 2021 veröffentlicht