Feuilleton

Stimmen-Museum

Die Umschau • 11.1.1908

In den Kellern der Pariser Großen Oper werden die Stimmen der berühmtesten Sänger und Sängerinnen der Gegenwart in der Form von Grammophonplatten aufbewahrt. Die Idee zu diesem ›Stimmen-Museum‹ stammt von dem amerikanischen Gesangsprofessor Clark. Jede dieser Platten wurde in zwei kleinen Kupferbüchsen luftdicht eingeschlossen und diese dann in einer zwischen zwei Pfeilern des Kellergewölbes errichteten Mauer in einem mit Eisen ausgekleideten Abteil beigesetzt. Auf diese Weise hofft man die Platten mindestens hundert Jahre zu konservieren, um der Nachwelt ein Zeugnis von der Gesangskunst und die Stimmen der berühmtesten Sänger der Gegenwart zu übermitteln.

• Auf epilog.de am 4. Juni 2021 veröffentlicht