Verkehr

Errichtung einer neuen Trajektanstalt auf dem Bodensee

Zentralblatt der Bauverwaltung • 17.3.1883

Die österreichische Regierung hat dem Reichsrat eine Vorlage übermittelt, worin die Kosten für Errichtung einer Trajektanstalt in Bregenz, im Anschluss an die seit Juli 1882 im Staatsbetrieb befindliche Vorarlbergerbahn, beansprucht werden. Zweck und Bedeutung der beabsichtigten Anlage ergeben sich aus dem Zusammenhang mit der Arlberglinie, nach deren Vollendung eine direkte Verbindung des Inlandes mit dem Bodensee geschaffen sein wird. Während gegenwärtig nur an drei Punkten, nämlich in St. Margarethen, Lindau und Buchs, ein Anschluss an die deutschen bzw. schweizerischen Bahnen besteht, werden durch die Trajektanstalt fünf weitere Anschlüsse auf dem kürzesten Weg gewonnen werden, wovon man sich eine Hebung der Konkurrenzfähigkeit der Arlberglinie, sowie des westlichen Staatsbahnnetzes überhaupt verspricht. Der Regierungsentwurf veranschlagt die in das Budget des Jahres 1884 aufzunehmenden Kosten des Eisenbahntrajektes, welches auch dem Personenverkehr dienen soll, auf 820 000 fl.* (1 400 000 Mark); hierbei sind die bautechnischen Herstellungen im Bahnhofe und Hafen von Bregenz, einschließlich Anlandevorrichtung, Wellenbrecher und Hafenbaggerung zu 334 119 fl., zwei Dampfboote zu je 83 000 fl., vier Trajektkähne zu je 40 812 fl., ein Salondampfer zu 110 000 fl. und sonstige Herstellungen mit 46 633 fl. in Rechnung gestellt.

*) fl. = Gulden

• Auf epilog.de am 16. Juni 2017 veröffentlicht