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Das erste Frachtstück

Die Gartenlaube • 1891

Die Lokomotiveisenbahn von Nürnberg nach Fürth, welche, als die erste in Deutschland, am 7. Dezember 1835 eröffnet wurde, diente zunächst nur dem Personenverkehr. Erst später machte man auch einen Versuch mit der Güterbeförderung, und die erste Sendung waren – bezeichnend genug für das Bayerland – ein paar wohlgefüllte Fässlein Bier. Am 11. Juli 1836 nämlich wurde dem Bierbrauer Lederer gestattet, mit dem ersten nach Fürth gehenden Wagen besagte zwei Fässchen an den Wirt zur Eisenbahn gegen eine Vergütung von je 6 Kreuzer unter der Bedingung zu senden, dass die Fässchen von dem Wirt bei Ankunft des Wagens sogleich abgeholt würden. Der Direktorialkommissar Dr.Löhner sollte dafür Sorge tragen, »dass dieser kleine Anfang der Güterbeförderung in gehöriger Ordnung vor sich gehe, um solchen vielleicht späterhin ins Große ausdehnen zu können«.

Wir alle wissen, in welch ungeahnter Weise sich mit dem immer mehr zunehmenden Durst nach fremdem ›Stoff‹ der Bierversand aus diesem kleinen Anfang heraus seitdem erweitert hat; die uns überall begegnenden weißgrauen Wagen mit den bekannten Firmen der Großbrauer und Aktienbrauereien geben Zeugnis davon. Der Gesamtbierversand deutscher Bahnen, der bayerischen voran, betrug im Jahre 1887 nicht weniger als 816558 Tonnen, d.h. etwa 1360 vollbelastete Eisenbahnzüge. Der Löwenanteil kommt hiervon auf den inneren deutschen Verkehr: 744455 Tonnen blieben ›unter uns‹; der Rest entfällt auf den Auslandsverkehr.

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