Feuilleton

25 Jahre epilog.de

Bilderreise • 1. Oktober 2022

Voraussichtliche Lesezeit rund 11 Minuten.

Vor 25 Jahren ging epilog.de online und ist damit älter als Wikipedia oder Google. Für eine Website sind 25 Jahre ein schon fast biblisches Alter.

Die Eigentliche Geschichte von epilog.de begann aber bereits früher. 1996 erschien im Verlag ›exposed‹ die CD-Rom Eisenbahnstadt Berlin und kurz darauf die erste Ausgabe des eZines expoMedia, welches über AOL und Compuserve vertrieben wurde. Parallel dazu gab es eine kleine Präsenz im World Wide Web über die beiden genannten Onlinedienste. Relativ schnell entstanden Pläne für ein Magazin auf CD-Rom. Da die zu erwartenden Vertriebskosten über den Zeitschriftenhandel unverhältnismäßig hoch gewesen wären, fiel dann die Entscheidung, das ganze Projekt ins Internet zu verlegen – die Idee zu ›epilog – Das Magazin im Internet‹ war geboren.
Am 1. Oktober 1997 ging www.epilog.de nach einer mehrwöchigen Entwicklungs- und Testphase offiziell online. Die Verwaltung erfolgte mit dem Programm ›Frontpage‹, die Datenbasis waren vor allem die CD-Rom Eisenbahnstadt Berlin, das eZine expoMedia, die Zeitschriften Berliner Wirtschaft und Prehistric News sowie eine Handvoll Bücher, für die der Verlag die Rechte besaß. Das bunte Sammelsurium war Programm, und epilog.de die Dachmarke für den Onlineauftritt sehr unterschiedlicher Publikationen. Die Kategorisierung mittels Hyperlinks war zu dem Zeitpunkt eine schon fast revolutionäre Herangehensweise.
Ein Jahr nach dem Start berichtete der Tagesspiegel über das Projekt.
Sehr schnell entstanden viele Partnerschaften. So waren z. B. die Internetpräsenzen der ›Berliner Eisenbahnfreunde‹ und des ›Förderverein der Arbeitsgemeinschaft Traditionsbus Berlin‹ Bestandteil von epilog.de.
Vor allem die Kooperationen mit diversen Zeitschriften prägten anfangs die Inhalte von epilog.de. Der Schwerpunkt verschob sich dabei immer mehr in Richtung phantastische Literatur.
Das prägendste ›Cross-over‹ war die Zusammenarbeit mit dem renommierten Magazin für Science-Fiction-Literatur Alien Contact. Anfangs wurden die Beiträge aus Alien Contact parallel in der Druckausgabe und bei epilog.de veröffentlicht, im Jahr 2002 stellte das Magazin die Printausgaben ein und zog als Online-Magazin komplett zu epilog.de um. Aus dieser Kooperation entstand ein Trägerverein, zu dem neben epilog.de und Alien Contact auch der Shayol-Verlag gehörte.
Ein weiterer wichtiger Partner war die Zeitschrift der IHK Berlin Berliner Wirtschaft. Ronald Hoppe, einer der Macher von epilog.de, zeichnete auch für das Layout der IHK-Zeitschrift und für die Website der IHK-Berlin verantwortlich. Aus praktischen Gründen war der Internetauftritt der Berliner Wirtschaft bis 2004 bei epilog.de angesiedelt.
Im Jahr 2000 erschien mit ›Invasion des Wahnsinns‹ das erste offizielle Epilog-Buch. Auch viele weitere Bücher speisten sich teilweise oder vollständig aus den Inhalten von epilog.de.
Der fruchtbare aber auch starke Einfluss von Alien Contact und dem Shayol-Verlag hatte auch Nachteile. Der anfängliche Kernbereich Kultur- und Technikgeschichte trat bei epilog.de immer mehr in den Hintergrund. So konnte z.B. die bereits für das Jahr 2000 geplante Veröffentlichung von Emil Dominiks Quer durch und ringsum Berlin erst zum Jubiläum 2022 erfolgen. Im Jahr 2000 änderte sich das Layout, das epilog.de dann die nächsten 10 Jahre beibehalten sollte.
Nachdem sich die Arbeit an epilog.de eingespielt hatte, wuchs der Artikel-Bestand kontinuierlich. Kurzgeschichten, Essays, Interviews sowie Buch- und Filmrezensionen prägten epilog.de.
Im Jahr 2010 führten unterschiedliche Auffassungen dazu, dass sich die Wege von epilog.de und dem Trägerverein trennten. Damit einher ging allerdings auch der Verlust von vielen Lizenzen an den bisher bei epilog.de veröffentlichten Beiträgen. Es wurde Zeit für ein großes Aufräumen und gleichzeitig erfolgte die längst überfällige Umstellung auf ein datenbankbasiertes System. Nach 13 Jahren wurde epilog.de dem ersten großen Relaunch unterzogen. Rubriken, die bis dahin eher ein Dornröschen-Dasein führten, traten in den Vordergrund, wie z.B. das Straßenlexikon von Berlin-Friedenau, aus dem später das Buch Straßen und Häuser in Friedenau entstand.
Anfang 2015 gab es ein weiteres Relaunch, welches man getrost als das Dümmste, was in der Geschichte von epilog.de passiert ist, bezeichnen kann. Der Shop-Bereich war dermaßen überpräsent, dass die eigentlichen Inhalte faktisch unsichtbar waren.
Mitte 2016 wurde dann Tabula rasa gemacht und epilog.de von Grund auf neu aufgebaut. Jeder alte Beitrag wurde durchgeschaut, und falls er übernommen wurde auf neue Rechtschreibung umgestellt und die dazugehörigen Abbildungen aus den archivierten Rohscans neu für das Internet erstellt. Auch das Layout wurde neu konzipiert und lehnt sich an das Erscheinungsbild alter Zeitungen an. Seitdem führt epilog.de auch den Untertitel ›Zeitreisen zur Kultur + Technik‹, mit dem epilog.de nach 19 Jahren zu den Wurzeln zurückkehrte. Technischer Unterbau war Wordpress, für das ein eigenes Theme entwickelt wurde. Im Laufe der Zeit stellte sich allerdings heraus, dass hier Wordpress schnell an seine Grenzen stößt. Immer mehr Aufgaben wanderten von Wordpress ins Epilog-Theme, und zum Schluss lieferte Wordpress eigentlich nur noch die Daten aus der Datenbank und eine Handvoll Plugins vereinfachten die Arbeit im Backend. Auch das Layout war ein großer Kompromiss. Die Browser hatten 2016 bei der Darstellung noch viele Defizite, Smartphones noch nicht die Leistungsfähigkeit, die damals aktuellen Standards anzuzeigen. Heraus kam der kleinste gemeinsame Nenner, bei dem große Teile des Layouts noch auf dem Server berechnet werden mussten. In Verbindung mit dem sowieso langsamen Wordpress eine nicht wirklich befriedigende Lösung.
Am 1. Oktober 2020, dem 23. Geburtstag von epilog.de, ging dann die heutige Version online. Wordpress wurde ausrangiert, das Layout basierend auf aktuelle Webstandards so überarbeitet, dass es sowohl auf Desktop-Computern, Tabletts und Smartphones funktioniert. Die Grundidee der ›alten Zeitung‹ wurde beibehalten, die Spaltenanzahl passte sich aber jetzt der Bildschirmgröße an. Den technischen Unterbau bildet der ›epilog.media.publisher‹, eine komplette Eigenentwicklung.
Traditionell war epilog.de immer dem gedruckten Wort verbunden – über einhundert Bücher und Zeitschriftenausgaben erschienen im mittelbaren Umfeld von epilog.de, an vielen Weiteren waren Epilog-Redakteure beteiligt. Diese Verbundenheit drückt sich seit 2016 durch die in der edition.epilog.de erscheinenden Bücher und eBooks aus, die epilog.de nicht nur ergänzen, sondern ein fester Bestandteil des Projektes sind. Ebenfalls seit 2016 ist epilog.de auf  Facebook vertreten, seit September 2022 auf  Instagram und neu ist der Mitgliederbereich epilog.plus, in dem viele sehr umfangreiche Zeitreisen, teilweise auch als eBooks und PDF-Dateien, präsentiert werden, die sonst den Umfang von epilog.de sprengen würden.

• Auf epilog.de am 25. September 2022 veröffentlicht

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