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Borels elektrische Klingel

Polytechnisches Journal • 3.9.1890

Die elektrische Klingel, welche Borel voriges Jahr in der Maschinenhalle der Pariser Ausstellung vorgeführt hat, vermag sich ganz leicht allen Zimmereinrichtungen anzubequemen. Wie die zugehörige Abbildung sehen lässt, ist (nach La Nature, durch Scientific American) die Klingel in ein eiförmiges Gehäuse eingeschlossen, das bronziert, vernickelt, versilbert, oder vergoldet werden kann, ganz nach Bedürfnis. Die Klingel kann an der Wand angebracht, auf einen Tisch gestellt, mitten an der Decke aufgehängt, oder sonst wie angebracht werden.

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Die eigentliche Klingel ist gegen Staub und Dunst geschützt und kann nicht in Unordnung gebracht werden. Der Hammer m ist ganz unabhängig vom Anker des Elektromagnetes. Der Anker A wird durch eine Spiralfeder nach rückwärts gezogen und streift bei jeder Stromsendung den Hebel Bm, welcher den Hammer m trägt; dadurch schlägt der Hammer an die Glocke. Bei dieser Bewegung wird der Stromkreis unterbrochen und erst wieder geschlossen, wenn der Hammer zurückgegangen ist. Dabei ist die zwischen zwei Schlägen verfließende Zeit unabhängig von der Spannung der Feder und in gewissem Grade selbst von der Stärke des die Klingel in Tätigkeit setzenden Stromes; diese Zeit hängt vielmehr nur von der Schwingungsdauer des vom Hammer und seiner Tragstange gebildeten Pendels ab. Die Schläge folgen daher sehr regelmäßig aufeinander und mit stets gleicher Kraft; das Läuten der Klingel ist daher wohlklingend. Die Glocke der Klingel kann natürlich ebenso gut aus Lignum vitae (Pockholz), wie aus Stahl oder Bronze hergestellt werden, und mehrere Klingeln nebeneinander lassen sich daher gut voneinander unterscheiden, wenn man ihre Glocken aus verschiedenen Stoffen herstellt.

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