Forschung & Technik – Neues und Bewährtes

Kontrollkasse ›Meteor‹

von Hermann Carius in Würzburg

Verkehrszeitung und industrielle Rundschau • 8.2.1900

Kontrollkasse Meteor.Abb. 1.

Die Konstruktion der in Abb. 1 dargestellten Kontrollkasse ›Meteor‹ ergänzt die wohl allgemein anerkannte Zweckmäßigkeit solcher Apparate um einige eigenartige und wertvolle Vorzüge, welche hauptsächlich in der Zwangsverbuchung vor dem Zahlakt, der Kontrolle der notierten Zahlung durch Sichtbarkeit derselben unter Glas und dem automatischen Selbstverschluss nach dem Zahlakt bestehen. Mittels eines einfachen, aber sinnreichen Mechanismus sichert dieser Apparat eine zuverlässige Kontrolle über das gesamte Kassenwesen eines Geschäftes.

Die Geldschublade befindet sich vermöge Federzuges bei Nichtgebrauch stets in Verschlussstellung. Will man an das Geld gelangen, so ist man gezwungen, den Einnahme- oder Ausgabeposten vorher auf dem jedes Mal um ein Feld vorrückenden Papierstreifen zu buchen, denn nur durch das Schreiben auf dem Papierstreifen, bzw. durch einen kleinen Druck auf denselben, kann der Verschluss ausgelöst werden; dann erst lässt sich die Schublade herausziehen. Kontrollkasse Meteor.Abb. 2. Diese wird während des Zahlaktes mit der linken Hand offen gehalten, zieht sich beim Loslassen selbsttätig in Verschlussstellung zurück und kann erst nach Aufschreiben des nächsten Postens wieder geöffnet werden. Beim Herausziehen der Schublade transportiert der Papierstreifen um ein Feld, und das eben Geschriebene wird unter einem Glasplättchen sichtbar, so dass eine nachträgliche Abänderung unmöglich ist, da sich der Papierstreifen nur vor-, aber nicht rückwärts bewegen lässt. Außerdem ist jede Kasse mit einer Schlagglocke, die bei jedem Öffnen und Schließen der Schublade ertönt, und mit Schleifkontakt und Drahtzuführung versehen, so dass mit Leichtigkeit unter Verwendung einer elektrischen Glocke und eines Elementes jede Benutzung der Kasse auch in einem anderen beliebigen Raum angezeigt werden kann. Um den Kontrollstreifen herauszunehmen, öffnet man, wie in Abb. 2 ersichtlich, eine Seitentür des Apparates. Jeder Kasse werden doppelte Einsatzrollen beigegeben, welche abwechselnd einzusetzen sind, so dass der eine Streifen an den geraden, der andere an den ungeraden Daten zur Verwendung kommt, und man die Buchung beliebig vornehmen kann. Das Rollenbrett.Abb. 3. Das Rollenbrett. Für die letztere hat man noch einen höchst einfachen Hilfsapparat erfunden, das Rollenbrett, welches Abb. 3 veranschaulicht. Der aus der Kasse genommene Papierstreifen wird in ersichtlicher Weise auf dem Rollenbrett befestigt und kann so zum Zwecke der Addition, bzw. der Buchung bequem vor- und rückwärts gedreht werden. Die Kasse ist aus astfreiem Eichenholz gefertigt, braun gebeizt und mit dunkler gehaltenen Leistchen verziert. Die 15 mm starke, weiße Marmorplatte hat den Vorzug, eine vorzügliche Klangprüfung des Geldes zu gestatten und als Schreibtafel für leicht zu löschende Augen­blicks­notizen zu dienen. Die Geldkassette aus starkem Weißblech ist herausnehmbar und hat fünf Mulden und ein zweiteiliges, viereckiges Fach für Goldstücke.

Diese Kontrollkasse kostet 175 Mark [rd. € 1500 in 2025]. Auf Wunsch wird sie auch in größerem Format für entsprechend höheren Preis geliefert.

• Auf epilog.de am 10. Oktober 2026 veröffentlicht

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