Verkehr – Eisenbahn
Neue Erfindungen und Kulturfortschritte
Zwei lebenhütende Verbesserungen
im Eisenbahnwesen
Von Max Wirth
Über Land und Meer • August 1878
An den Fahrzeugen der österreichischen Kaiser-Ferdinand-Nordbahn werden eben zwei neue Apparate angebracht, welche geeignet sind, die Gefahren bedeutend zu verringern, denen Passagiere und Verwaltungspersonal bei den Eisenbahnen ausgesetzt sind. Wir meinen eine neue Bremsvorrichtung und eine Seitenkuppelung, welche, nach den seit einem Jahr angestellten Proben, als vollkommen bewährt zu betrachten sind. Die beiden Verbesserungen zeichnen sich sowohl durch sachgemäße Originalität des Gedankens wie durch äußerste Einfachheit aus. Da ich vor einiger Zeit einer Spezialprobe der Apparate an einem Separatzug der Nordbahn bei Florisdorf beigewohnt, so will ich versuchen, dem Leser eine Vorstellung dieser Vorkehrungen zu geben, soweit dies auf diesem Weg möglich ist. Wir sprechen zunächst von der Bremse.
Von der Einführung der Eisenbahnen an hat man sich überall der sogenannten Spindelschraube bedient, welche bekanntlich aus einer eisernen Schraube besteht, durch deren Umdrehung der Bremsklotz an das Wagenrad angedrückt oder entfernt wird. Zur Handhabung dieser Vorkehrung ist für jede Bremse ein Mann erforderlich, welcher mit aller Kraft die Kurbel zu- und wieder aufdrehen muss. Dieser ursprüngliche Apparat hat wesentliche Mängel:
Werde epilog.plus-Mitglied und Du bekommst
- Zugriff auf exklusive Beiträge wie diesen
- PDF-Versionen und/oder eBooks von ausgewählten Artikeln
- weniger Werbung und dafür mehr historische Bilder und alte Reklame
und Du hilfst uns, noch mehr interessante Beiträge zur Kultur- und Technikgeschichte zu veröffentlichen.