Bau & Architektur – Öffentliche Bauten
Pegelgehäuse in Friedrichshafen am Bodensee
Deutsche Bauzeitung • 5.5.1870
Dasselbe wurde im Aufrag der kgl. württembergischen Hafen-Direktion im Sommer 1869 nach beigefügter Zeichnung ausgeführt. Das aus der schweizerischen Telegrafenwerkstätte zu Bern bezogene, durch deren Direktor Hasler konstruierte Pegel-Instrument bewirkt von selbst eine fortwährende genaue Notierung des Wasserstandes.
In dem bis zum niedrigsten Stand hinabreichenden, unten geöffneten Schacht schwimmt auf dem mit außen gleichstehenden Wasser eine Linse aus Kupferblech. Dieselbe wirkt mittelst Gegengewicht auf ein System von Rollen, das innerhalb des Instrumentenkastens den Zeiger an einem 10fach verjüngten Maßstab je nach dem Steigen und Fallen des Wassers auf und ab bewegt. Damit zusammenwirkend ist eine Uhr angebracht und ein durch diese um seine Achse drehbarer Zylinder, auf dessen Oberfläche der an dem Zeiger befestigte Stift je nach Verfluss einer Stunde ein Zeichen macht. Derselbe beschreibt hierbei auf dem mit liniertem Papier überzogenen Zylinder eine Kurve, aus deren Abszissen und Ordinaten der jeweilige Wasserstand ersehen werden kann. Nach Verfluss einer Woche ist die Uhr wieder aufzuziehen und der Zylinder mit neuem Markierbogen zu bekleiden. Die Seiten des Pegelgehäuses bieten Raum für Barometer und Thermometer. Das Gehäuse ist aus Eichenholz mit Zinkbedeckung hergestellt.
Andere Bodenseestädte, wie Lindau und Konstanz, haben ähnliche Apparate. Dieselben geben Gelegenheit, interessante meteorologische Vergleiche anzustellen.
• Bauinspektor Dollinger.