Verkehr

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Verschiedene Bahnen

Liebig-Sammelbilder • 1910

Die Liebig-Sammelbilder waren Werbe-Beigaben zum gleichnamigen Fleischextrakt. Ab den 1870er Jahren entstanden mehrere tausend Motive zu allen nur erdenklichen Themen.

Einschienige Eisenbahn in Irland

Einschienige Eisenbahn in Irland

Die einschienige Eisenbahn wird vielfach als die Schnellbahn der Zukunft bezeichnet, da auf ihr Entgleisungen, selbst bei einer Geschwindigkeit von 180 Kilometer in der Stunde ausgeschlossen sind. In Irland hat man bereits mehrere derartige mit Dampf betriebene Bahnen gebaut. Die auf unserem Bildchen dargestellte 24 Kilometer lange Bahn verbindet den Seebadeort Ballybunion an der Küste der Grafschaft Kerry mit dem Binnenland. Die auf der einzigen Fahrschiene laufenden Räder sind verborgen, so dass Lokomotive und Wagen, die gewissermaßen rittlings auf dem Geleise sitzen, vorüberzugleiten scheinen.

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Funicolare auf der Brunate

Funicolare auf der Brunate

Sehr beliebt bei den Vergnügungsreisenden sind die Bergbahnen, durch die es selbst schlechten Bergsteigern ermöglicht wird, die Reize der Bergwelt zu genießen. Da bei diesen Bahnen meistens sehr starke Steigungen zu überwinden sind, bringt man zwischen den gewöhnlichen Fahrschienen noch eine dritte, die sogenannte Zahnstange an, in die ein ebenfalls mit Zähnen versehenes Rad der Lokomotive eingreift. Der Betrieb dieser Bahnen ist durchaus sicher, da die Züge vermittelst besonderer Bremsvorrichtungen an jeder Stelle zum Stehen gebracht werden können. Eine der wegen der landschaftlichen Reize ihrer Umgebung berühmtesten Zahnradbahnen ist die auf den Brunate bei Como (Oberitalien). Für die Bergbahnen benutzt man als Triebkraft sowohl Dampf, als auch Luftdruck und Elektrizität; bei einigen werden auch in besonderer Weise angeordnete Gegengewichte verwendet.

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Schwebebahn über der Wupper

Schwebebahn über der Wupper

Eines der eigentümlichsten Verkehrsmittel der Neuzeit sind die Schwebebahnen, deren erste zwischen den Nachbarstädten Barmen und Elberfeld errichtet wurde. Diese beiden volkreichen Plätze, die mit ihren verschiedenen Vororten das langgestreckte, verhältnismäßig enge und von ziemlich steilen Bergen eingeschlossene Wuppertal erfüllen und zwischen denen ein sehr lebhafter örtlicher Verkehr stattfindet, bedurften dringend eines weiteren leistungsfähigen Personenbeförderungsmittels. Da jedoch der ganze Talgrund dicht überbaut ist und an eine Untergrundbahn bei dem felsigen Boden nicht zu denken war, verfiel man darauf, die neue Bahn freischwebend über dem sich das ganze Tal entlang schlängelnden Flüsschen Wupper anzubringen, in der Weise wie aus unserem Bildchen ersichtlich ist. Die Wagen hängen an den auf der Fahrschiene laufenden Rädern; diese ist ihrerseits in geeigneter Weise an den das Flüsschen überspannenden Trägern aufgehängt. Der Betrieb auf der ungefähr 13 Kilometer langen Strecke ist elektrisch.

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Treidelbahn am Teltowkanal

Treidelbahn am Teltowkanal

Warenbeförderung hat man diese Wasserstraßen nicht nur zu vermehren getrachtet, sondern man hat auch versucht, den Schifffahrtsbetrieb darauf durch allerlei Verbesserungen den erhöhten Ansprüchen der Gegenwart anzupassen. So sind mancherorts die Pferdegespanne verschwunden, mit denen man ehemals die Schiffe mühsam zu Berg schleppte; man hat dafür Dampfmaschinen und in neuerer Zeit elektrische Treidelbahnen eingeführt, wie die auf unserem Bildchen dargestellte. Die Zuleitung des nötigen Stromes erfolgt oberirdisch von einem elektrischen Kraftwerk aus.

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Zahnradbahn zu Zermatt

Zahnradbahn zu Zermatt

Von den Schneefeldern des Matterhorns rinnen mehrere Gießbäche zu Tale, deren einer, die Wisp, sich zwischen schroffen Felswänden hindurch seinen Weg gebahnt hat. Das von den Höhen mitgeführte Geröll, sowie die in das Flussbett eingelagerten Klippen verursachen starke Fälle von sehr malerischer Wirkung. An diesen vorbei, stets den Windungen des Wildbachs folgend, schlängelt sich die Dampfzahnradbahn, die von Zermatt bis auf den Grat des Gebirgsstockes führt. Der in die Felsen eingesprengte und aus den Wogen heraus aufgemauerte Bahnkörper muss fortwährend im Stande gehalten werden, denn die tosenden Bergwasser nagen unausgesetzt an ihm. Oft sprühen die Spritzer der Wogen bis über den Zug und hüllen ihn für Augenblicke in einen zarten Dunstschleier.

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Untergrundbahn in Paris

Untergrundbahn in Paris

Die außerordentliche räumliche Ausdehnung unserer heutigen Großstädte hat schon längst rasche Verbindungen für den Personenverkehr im weiteren Weichbilde nötig gemacht, wofür jedoch nur besondere Bahnlinien in Frage kommen konnten, da der gewöhnlichen Straßenbahn mit Bezug auf Fahrtgeschwindigkeit immerhin eine gewisse Grenze gezogen ist. Für den Schnellverkehr geeignete besondere Schienenwege kann man jedoch aus praktischen Gründen nicht überall anlegen; man war daher teilweise dazu genötigt, die Bahnen unter die Erde zu verlegen. Unser Bildchen stellt einen Bahnhof der Pariser Untergrundbahn dar, deren Bahnkörper mit außerordentlicher Mühe in den Kalkstein eingebettet werden musste, auf dem Paris größtenteils erbaut ist. In London bestehen derartige Bahnen mit Dampfbetrieb schon seit längerer Zeit; da jedoch der in den Tunnels nicht überall Abzug findende Rauch eine große Belästigung für die Reisenden bildete, ist man in neuerer Zeit dazu übergegangen, den Dampf durch die Elektrizität zu ersetzen. In Paris hat man die Elektrizität von vornherein benutzt.

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