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Verschiedene Ackerpflüge

Das Pfennig-Magazin • 25.5.1833

Fig. 1 - Pflug der Wilden.

Je mehr sich das Menschengeschlecht ausbildet, desto mehr vervollkommnen sich auch die Werkzeuge, deren sich der Mensch zu seinen Arbeiten bedient. Ungebildete Völker haben rohe Werkzeuge zur Verrichtung ihrer Geschäfte, und welche Fortschritte müssen die Völker in ihrer Ausbildung gemacht haben, ehe sie den vervollkommneten Ackerpflug (Fig.4) gegen den Baumast oder den grob bearbeiteten hölzernen Haken vertauschten, mit welchem die Eingebornen Amerikas kaum die Erde umwühlen? (Fig.1) Der Ackerbau hält so ziemlich mit der Bildung der Nationen gleiche Fortschritte; jedoch muss man sich wundern, dass selbst hochgebildete Völker noch nicht alle die Vorteile benutzen, welche ihnen vervollkommnete Werkzeuge gewähren. Der Wilde bedient sich bloß des Holzes, das er kaum bearbeitet, zu seinen Arbeiten, und es vergeht viel Zeit, ehe er das Eisen dazu braucht.

Fig. 2 - Griechischer Pflug.

Die Wilden Amerikas leben hauptsächlich von Fischfang und von der Jagd, und wo sie den Boden zu ihrem Lebensunterhalte benutzen, da scharren sie ihn leicht um und säen darauf. Der Boden ist sehr ergiebig und liefert ihnen reichlich das, was sie zu ihrem Lebensunterhalte brauchen. Ihr Ackerpflug besteht aus weiter nichts, als aus einem Baumaste oder einem gekrümmten Stücke Holz.

Mit Grund kann man annehmen, dass lange Jahre verstrichen, ehe man zur Pflugschar aus Eisen seine Zuflucht nahm, und mit diesem begnügte man sich wiederum lange Zeit, ehe man weiter ging. Man machte die eiserne Pflugschar an eine Art von Haken und bearbeitete den Boden. Die Bevölkerung musste sehr zunehmen, ehe man dies unförmliche Werkzeug zweckmäßiger einrichtete. Man fügte Räder hinzu, von deren erster Anwendung uns ein altes griechisches Denkmal eine Vorstellung liefert (Fig. 2).

Fig. 3 - Römischer Pflug.

Da der Ackersmann mit etwas Geschicklichkeit eine einförmige Furche ziehen kann, ohne sein Werkzeug auf Räder zu setzen, so fühlte man nicht allenthalben das Bedürfnis dieser Zusammensetzung, und der Ackerpflug blieb sowohl bei den Römern als bei vielen alten und neuern Nationen ohne Räder. Vorher hatte man allgemein den Gebrauch eines Griffs, sowohl des einfachen als des zweigabligen, ausfindig gemacht, vermittelst dessen der Ackersmann den Pflug leiten und nach Belieben mehr oder weniger tief ackern kann. Was nun den Gründel anbelangt, den man auch Grengel, Pflugbalken usw. nennt, an dessen vorderes Ende man die Tiere spannt, so ist er bloß die obere Seite des verlängerten Hakens, um ihnen in ihren Bewegungen mehr Freiheit zu lassen, und die Wirkung ihrer Rucke zu schwächen. War die Stange einmal verlängert, und sie ward es wahrscheinlich frühzeitig, so konnte man leicht ein Messer oder Sech anbringen; auch musste man bald auf die dreieckige Gestalt geraten, welche gewöhnlich die Pflugscharen haben; das Eisen, womit das Ende der Lanzen der Krieger versehen war, gab die Idee dazu (Fig.3).

In allen Ländern bringt man an den Ackerpflügen stets Veränderungen an und man sucht vorzüglich das Holz durch Eisen zu ersetzen, welches man in England ausschließlich hierzu zu brauchen beginnt.

Fig. 4 - Vervollkommneter Pflug.

Den vervollkommneten Pflug, den der Franzose Rose erfunden hat, stellt die Fig.4 vor. Er ist von Gusseisen und besteht bloß aus drei Stücken: der Schare, dem Streichbrett und dem Gründel, welche nach gewissen Grundsätzen der Mechanik miteinander vereinigt sind. Er kann mit oder ohne Vordergestell arbeiten. Wenn er auf Rädern ruht, so bestimmt man den Grad der Tiefe, in welcher man ackern will, durch ein Stöckchen, auf welchem der Gründel ruht und der sich durch eine senkrechte Schraube hebt und senkt. Macht man von ihm dagegen ohne Vordergestelle Gebrauch, so erhält man die gewünschte Tiefe der Furche auf die Art, dass man eine andere Schraube herumdreht, die am vorderen Ende des Gründels angebracht ist, und die eine eiserne Leiste hebt und fallen lässt, welche sich unten in einem Haken endigt, an welchem das Seil für das Gespann befestigt ist.

Dieser Pflug hat in Frankreich schon elfmal den Preis erhalten, wo man die Probe mit ihm anstellte, und mehrere Ackerbauern haben ihn schon in ihren Wirtschaften eingeführt.

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