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Elektrische Straßenbeleuchtung in Wien

Zentralblatt der Bauverwaltung • 28.1.1882

Seit Anfang Januar 1882 wird allabendlich der Graben und der Stephansplatz mit elektrischem Licht beleuchtet. Es ist dies jedoch nur eine probeweise Beleuchtung, zu welcher die Brush Electric Light Comp. vom Gemeinderat die Bewilligung auf die Dauer von vier Wochen und eine Vergütung gleich den Kosten der gewöhnlichen, zeitweilig außer Betrieb gesetzten Gasbeleuchtung erhalten hat.

Es brennen im ganzen 14 elektrische Lampen, welche in einer die Mitte des ungefähr 30m breiten ›Grabens‹ einnehmenden Reihe aufgestellt und bis zu 40m von einander entfernt sind. Hiervon dienen für den Graben 8, für die Beleuchtung des Stephansplatzes 5 Lampen, während die letzte in einem kleinen Gässchen untergebracht ist, wo sich auch die 10-pferdige Lokomobile zum Betrieb der elektro-magnetischen Maschine befindet. Die Lampen von angeblich je 2000 Normalkerzen Leuchtkraft sind auf 5m hohen Säulen angebracht und mit dickwandigen Kugeln ans Weißglas und erhöhten Reflektoren versehen. Die Speisung wird durch einen 3,5 mm starken Kupferdraht vermittelt.

Die Stärke der Beleuchtung ist mehr als ausreichend, Eindruck und Wirkung angenehm, da die kleinen auch hier nicht völlig behobenen Störungen in der Gleichmäßigkeit der Lichtstärke einzelner Lampen auf offener Straße durchaus nicht so störend wirkt wie in einem geschlossenen Raum. Neuerdings ist die Absicht aufgetaucht, noch auf einem anderen Platz Wiens, am Neuen Markt, die elektrische Beleuchtung probeweise auszuführen.

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