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Die elektrische Beleuchtung des Bahnhofs in Straßburg

Zentralblatt der Bauverwaltung • 14.1.1882

Am 5. Januar 1882 wurde die elektrische Beleuchtungsanlage mit Edison-Lampen auf dem Bahnhof Straßburg i.E. in Betrieb genommen und hat bis jetzt einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Die Stetigkeit und Färbung des Lichts übertrifft selbst die kühnsten Erwartungen. Besonderes Interesse erregt die Beleuchtung des Restaurationsraumes I. und II. Klasse, zu welcher bisher zwei Siemens’sche Differentiallampen von je 150 Kerzenstärke benutzt wurden, die jedoch wegen der Veränderlichkeit des Lichtes, der unangenehmen Zuckungen und der starken Schlagschatten mehrfach zu Klagen Anlass gaben.

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Zur Befestigung der Edison-Lampen werden zwei von der früheren Gasbeleuchtung herrührende sechsarmige Gaskronen benutzt, an denen die Arme umgedreht sind, so dass die Lampen mit den Tellerschirmen nach unten ragen. Die Wirkung der zwölf Lampen von je 16 Kerzenstärken in diesem 21m langen und 8m breiten Raum ist eine prächtige und findet die rückhaltsloseste Anerkennung; dasselbe gilt von den Lampen, in den verschiedenen Büros, sowohl bezüglich der Lichtwirkung als der Erhaltung reiner Luft.

Die gesamte Anlage ist ohne Beihilfe der Edison-Compagnie lediglich von den technischen Kräften der Kaiserlichen Generaldirektion der Reichseisenbahnen unter Leitung des Telegrafen-Kontrolleurs Schulze ausgeführt worden und soll infolge der mit dieser Beleuchtungsart erzielten günstigen Ergebnisse noch bedeutend erweitert werden. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass der Kaiserlichen General-Direktion der Reichseisenbahnen das Verdienst zukommt, eine derartige Anlage zuerst in ganz Deutschland und darüber hinaus eingefühlt zu haben.

 
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