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Mitteilungen aus den Ausschüssen der Preußisch-Hessischen Staatseisenbahn-Gemeinschaft

Verbesserung der Übergangsbrücken und Faltenbälge bei D-Zug-Wagen

Verkehrstechnische Woche • 3.10.1908

Es ist mehrfach vorgekommen, dass beim Durchfahren von Krümmungen, Anhalten oder Zurückdrücken der Züge die Übergangsbrücken der Durchgangs-Personenwagen sich gegenseitig verfingen, dadurch die Brückenbleche nach oben durchgebogen und die geöffneten Stirnwandtüren aus den Bändern gehoben wurden. Abgesehen von den Beschädigungen der Übergangsbrücken kann der Umstand leicht Anlass zu Unfällen geben. Es sind daher versuchsweise die Übergangs-Brücken anstelle des bisherigen glatten vorderen Randes mit einer halbrunden oder wulstartigen Holzeinlage versehen worden, so dass ein Verfangen der Bleche nicht mehr möglich wurde. Der Personenwagen-Ausschuss, dem die Beurteilung dieser Abänderung oblag, sah bei diesen Ausführungen der Übergangsbrücken eine stete Gefahr für die Reisenden darin, dass man gegen den hochstehenden vorderen Rand der einen Brücke sehr leicht mit den Füßen anstoßen, infolgedessen stolpern und zu Fall kommen könne. Es ist daher bestimmt worden, dass die vorderen Ränder der Brücke nicht weiter mit verdickenden Einlagen versehen, sondern in der bisherigen Stärke nur an der unteren Kante stark abgerundet werden. Ein Verfangen der Brücken ist hierdurch ebenso wie eine Gefährdung der Reisenden vermieden.

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Die die Übergangs-Brücken umschließenden Faltenbälge (Harmonikas) bei D-Zug-Wagen waren ursprünglich aus Leder angefertigt. Wegen des immer teurer gewordenen Leders ist man später zu bestem gummierten, feuersicheren Segelleinen übergegangen, das wohl billiger, aber nicht so haltbar ist und große und kostspielige Ausbesserungen verursacht. Besonders verschleißen bei diesen Faltenbälgen leicht die Ober- und Unterteile, einmal der größeren Abnutzung wegen, dann aber auch infolge der sich oben und besonders unten in den Bälgen aufhaltenden Feuchtigkeit, durch die das Segelleinen trotz der Gummierung nach längerer Zeit verrottet. Leder widersteht bei einiger Pflege (Schmierung) diesen Einflüssen besser. Aus diesen Gründen ist ein Faltenbalg vorgeschlagen worden, dessen Ober- und Unterteile aus Leder hergestellt sind, während die Seitenwände aus Segelleinen bestehen. Versuche hiermit sind bei neuen und alten D-Zug-Wagen in größerem Umfang angeordnet worden. Durch diese Verwendung von Leder wird auch gleichzeitig eine Verminderung der Feuersgefahr beabsichtigt, da es vorgekommen ist, dass alte Faltenbälge aus Segelleinen durch Funkenauswurf usw. in dem oberen und unteren Teile in Brand geraten sind.

Ein anderer Versuch bezweckt, die Ansammlung von Feuchtigkeit und Schmutz im unteren Teil der Faltenbälge durch die Vorsehung von Löchern zu beseitigen.

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