Forschung & TechnikRaumfahrt

Rocket Lab feiert erfolgreichen Weltraumflug

Neuigkeiten • 25. Mai 2017

Rocket Lab, ein privates amerikanisch-neuseeländisches Raumfahrtunternehmen, hat Neuland betreten, als seine Electron-Rakete am 25. Mai 2017 um 16:23 Uhr neuseeländischer Standardzeit den Weltraum erreichte. Electron hob um 16:20 Uhr neuseeländischer Standardzeit vom Rocket Lab Launch Complex 1 auf der neuseeländischen Insel Mahia ab. Es war die weltweit erste orbitale Trägerrakete, die von einer privaten Abschussbasis gestartet ist. Der Start war einer von drei Testflügen, die in diesem Jahr geplant sind. Rocket Lab will beim zweiten Testflug die Erdumlaufbahn erreichen und die Nutzlast der Trägerrakete maximieren.

In den kommenden Wochen werden die Ingenieure von Rocket Lab in Los Angeles und Auckland (Neuseeland) die bei dem Testflug aufgezeichneten 25000 Datenkanäle auswerten. Die Ergebnisse werden in die Optimierung der Trägerrakete einfließen.

Wenn die volle Produktionskapazität erreicht ist, plant Rocket Lab pro Jahr mehr als 50 Raketenstarts. Die Regulierungsbehörden haben die Genehmigung für 120 Starts pro Jahr erteilt. Zum Vergleich: In den USA fanden im letzten Jahr 22 Starts statt, weltweit waren es 82. In der kommerziellen Phase will Rocket Lab mit Electron bereits gezeichnete Kunden wie NASA, Spire, Planet, Moon Express und Spaceflight transportieren.

»Dies war ein unglaublicher Tag, und ich bin enorm stolz auf unser talentiertes Team. Wir sind eines von nur wenigen Unternehmen, die eine komplett neuartige Rakete entwickelt haben, und wir haben es in unter vier Jahren hinbekommen. Wir haben unermüdlich gearbeitet, um unser Ziel zu erreichen. Wir haben alles intern entwickelt und die weltweit erste private orbitale Abschussbasis gebaut – und das alles mit einem kleinen Team.

Der Flug war ein Riesenerfolg. Alles von der Zündung und Absprengung der ersten Raketenstufe über die Zündung der zweiten Raketenstufe bis hin zur Absprengung der Verkleidung klappte prima. Wir haben die Erdumlaufbahn knapp verfehlt und werden untersuchen, woran dies lag. Aber der Eintritt in den Weltraum bei unserem ersten Test ist eine hervorragende Ausgangsbasis zur Beschleunigung der kommerziellen Phase unseres Programms. Wir wollen unsere Kunden in den Orbit befördern und den Weltraum kommerziell erschließen.

Wir haben durch diesen Testflug so viel gelernt und werden in den kommenden Wochen noch mehr dazulernen. Wir wollen den Weltraum weiter erschließen, und dies ist ein phänomenaler Meilenstein auf dieser Reise. Dadurch eröffnen sich enorme Möglichkeiten. Bereits bekannte Anwendungsbereiche sind unter anderem verbesserte Wetterdienste, Satelliten-Internet, Vorhersage von Naturkatastrophen, aktuelle maritime Daten sowie Such- und Rettungsdienste.«

• Peter Beck, CEO und Gründer von Rocket Lab

Rocket Lab

Die Mission von Rocket Lab ist die Überwindung der Hürden bei der kommerziellen Raumfahrt, indem häufige Starts in eine niedrige Erdumlaufbahn angeboten werden. Rocket Lab wurde 2006 von Peter Beck gegründet und hat seitdem verschiedene Komplettsysteme und Technologien für Trägerraketen entwickelt, die einen schnellen und kostengünstigen Weltraumtransport ermöglichen.

Neben der ersten orbitalen Abschussbasis auf der neuseeländischen Insel Mahia betreibt das Unternehmen Niederlassungen in Auckland und Los Angeles.

Rocket Lab ist ein privates Unternehmen, zu dessen Großinvestoren Khosla Ventures, Bessemer Venture Partners, Data Collective, Promus Ventures, Lockheed Martin und K1W1 gehören.

Trägerrakete Electron

Electron ist eine ausschließlich aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff hergestellte Trägerrakete, die in Neuseeland hergestellt wird und 3D-gedruckte Rutherford-Triebwerke von Rocket Lab als Hauptantriebssystem verwendet. Die Electron-Trägerrakete kann Nutzlasten wie kleinere Satelliten in eine niedrige Umlaufbahn befördern. Dank des modernen Designs und der zukunftsweisenden Bauweise unterstützt Electron eine schnelle und skalierbare Fertigung mit einem hohen Automatisierungsgrad.

Die Electron-Trägerrakete kann Konstellationen kleiner Satelliten befördern, die beispielsweise für günstiges Satelliten-Internet und Live-Erdbeobachtung eingesetzt werden (einschließlich Umweltbeobachtung, Vorhersage von Naturkatastrophen, aktuelle maritime Daten sowie Such- und Rettungsdienste).

Electron kann Nutzlasten von bis zu 150kg in 500km, sonnensynchrone Umlaufbahnen befördern. Dies ist die Zielumlaufbahn für den schnell wachsenden Konstellationssatellitenmarkt. Electron ist die kostengünstigste Trägerrakete für kleine Satelliten. Zu den Kunden, die sich für den Transport mit Electron entschieden haben, zählen NASA, Planet, Spire und Moon Express.

Rutherford-Triebwerk

Rutherford ist ein innovatives Triebwerk, dessen Flüssigsauerstoff- und Kerosingemisch über Treibstoffpumpen gespeist wird. Der völlig neuartige Antrieb wurde in Neuseeland speziell für Electron entwickelt und basiert auf einer revolutionären neuen Antriebstechnik. Seine einzigartigen elektrischen Hochleistungs-Treibstoffpumpen sparen Gewicht und ersetzen Hardware durch Software.

Rutherford ist das erste Triebwerk seiner Art, bei dem alle primären Komponenten auf einem 3D-Drucker hergestellt werden. Diese Merkmale sind eine Weltneuheit bei Hochleistungs-Flüssigraketentriebwerken, deren Treibstoff von elektrischen Turbopumpen gespeist wird. Das fertigungsorientierte Design ermöglicht einen hohen Produktionstakt bei Electron-Trägerraketen, was häufige Satellitenstarts ermöglicht.

Launch Complex 1

Rocket Labs Launch Complex 1 befindet sich an der Spitze der Insel Mahia zwischen Napier und Gisborne an der Ostküste auf der Nordinsel Neuseelands. Der Komplex ist die erste Abschussbasis in Neuseeland und die erste privat betriebene Abschussbasis weltweit.

Launch Complex 1 ist sehr abgelegen mit wenig Flug- und Schiffsverkehr und damit extrem gut geeignet für hindernisfreie Weltraumtransporte. Durch die geografische Lage unterstützt der Komplex einen großen Spielraum beim Startazimut. Von Mahia abgeschossene Satelliten können in die verschiedensten Bahnneigungen befördert werden und so viele Teile des Erdballs abdecken.

Quelle: Rocket Lab/news aktuell

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