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Siebermann und Vanolis Messflasche für Arznei o.dgl.

Polytechnisches Journal • 22.6.1887

Fritz Siebermann und Ch.Vanoli in Freiburg i.B. bringen neuerdings eine Messflasche für Arzneimittel in den Handel, welche bestimmt ist, die in der Heilpraxis üblichen unsicheren Inhaltsangaben, wie Ess- oder Teelöffelinhalt o.dgl., durch bestimmte Abmessungen zu ersetzen; dabei ist der Flaschenstöpsel so geformt, dass ein Umgießen der Arznei erspart ist und letztere vielmehr unmittelbar eingenommen werden kann.

Wie aus der Abbildung zu ersehen, besitzt die Flasche F für die Arzneiflüssigkeit einen weiten Hals, der bei w kropfartig ausgebogen ist und in welchen der hohle, mit Teilung versehene Messstöpsel M, dessen Inhalt der einzunehmenden Gabe entspricht, eingeschliffen ist. Unmittelbar über dem Boden des Stöpsels ist eine Öffnung b angebracht und oben der Stöpsel durch einen Korkstopfen K bis zur Abkröpfung a verschließbar. Beim Gebrauch wird der hohle Messstöpsel M so gedreht, dass seine Öffnung b dem Kropf w des Flaschenhalses gegenübersteht. Die Flasche wird sodann umgestürzt (Abb. rechts), worauf die Flüssigkeit durch den Kropf w und die genügend große Öffnung b in den Messstöpsel einfließt, während die in letzterem enthaltene Luft auf gleichem Weg in die Flasche ausströmt. Hat sich der Messstöpsel gefüllt, so wird durch Drehung desselben in dieser umgestürzten Stellung die Verbindung mit der Flasche wieder unterbrochen, d.h. es wird die Öffnung b vom Kropf w entfernt. Nun wird die Flasche aufrecht gestellt (Abb. links), worauf nach Entfernung des Korkens K die Flüssigkeit aus dem Messstöpsel getrunken werden kann. Die Hohlstöpsel und Messgefäße werden den ärztlichen Vorschriften entsprechend in verschiedenen Größen, wie z.B. 5cc (Teelöffel), 10cc und 15cc (Esslöffel) Inhalt, angefertigt.

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