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Lichtpausverfahren

Zentralblatt der Bauverwaltung • 28.4.1883

Das sinnreiche Verfahren zur unmittelbaren und positiven Vervielfältigung von Zeichnungen aller Art, mit welchem der Architekt E.Lother in Küstrin im Jahr 1877 zuerst an die Öffentlichkeit trat, hat seitdem vielfache Verwendung gefunden und sich gut bewährt. Die auf diesem Weg erzielten Abdrucke zeichnen sich vor anderen Lichtpausen vorteilhaft dadurch aus, dass die Zeichnung sich in dunklen Linien auf hellem Grunde darstellt, somit in der Wirkung dem Original nahezu gleichkommt, und dass das Papier noch eine weitere Behandlung durch Anlegen mittels Farben zulässt. Die Herstellung solcher Pausen ist folgende: Gut geleimtes, möglichst glattes Zeichenpapier wird durch Auftragen der Präparierflüssigkeit mittels eines weichen Schwamms lichtempfindlich gemacht, getrocknet und auf die Rückseite der Originalzeichnung (am besten Durchzeichnung auf Pauspapier oder Leinwand) festanliegend in den Kopierrahmen unter Glas eingepresst. Das Bestreichen, Trocknen und Einlegen des Papiers muss unter Ausschluss des Tageslichts geschehen; Lampenlicht schadet nicht. Sobald dann die so vorbereitete Zeichnung dem Licht ausgesetzt wird, erscheint die Kopie in gelben Linien auf hellgrünem Grund, bei heiterem Himmel in 56 Minuten, bei trübem Wetter in etwa 5060 Minuten. Die Hervorrufung und Fixierung der Zeichnung erfolgt sodann durch Einwirkung der Dämpfe einer auf Fliespapier getröpfelten Räucheressenz in geschlossenem Kasten. Bei einer Zimmerwärme von 1920°C genügt dafür ein Zeitraum von 30 Minuten, während in kälteren Räumen die doppelte Zeit erforderlich wird. Das ganze Verfahren ist sonach ein sauberes und infolge seiner Einfachheit leicht zu erlernen.

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