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Erstes Papiergeld

Das Pfennig-Magazin • 1.3.1855

Ehe Granada erobert wurde, verteidigte der spanische Graf und Gouverneur Tendilla die Stadt Alhama in der Vega von Granada mit einer Geschicklichkeit und Energie, wie selten einer; doch zuletzt wurden durch die Unterhaltung so gewaltiger Streitkräfte seine Mittel dermaßen erschöpft, dass er nicht einmal mehr Gold und Silber genug besaß, um seinen Kriegern den täglichen Sold auszuzahlen. Da Tendillas Truppen endlich zu murren anfingen, so fiel dieser auf einen Gedanken eigentümlicher Art. Er nahm nämlich Papier, schnitt dasselbe zu kleinen Blättchen und schrieb darauf kleine und große Summen, je nachdem er dieselben nötig hatte. Diese Zettel gab er seinen Kriegern statt des Solds und versprach dabei, dieselben, sobald die Belagerung aufgehoben sein werde, mit Silber und Gold wieder einzulösen. Den Bürgern wurde befohlen, bei schwerer Strafe die Papierblättchen als bares Geld anzuerkennen und anzunehmen; der Befehl wurde respektiert, weil Tendilla Kredit besaß, und des Gouverneurs Verlegenheiten waren auf einmal beseitigt. Dies geschah 1484.

Tendilla zahlte später treulich wieder aus; sein Papiergeld war ein Wertpapier, das den Launen der Börsenbewegungen noch nicht unterworfen wurde und insofern beachtet zu werden verdient, als es doch jedenfalls das erste Papiergeld in Spanien war.

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