Bau & Architektur

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Eiserne Häuser

Das Pfennig-Magazin • 4.9.1841

Der Belgier Rigaud schlägt vor, Häuser von Gusseisen zu verfertigen, die nach dem niedrigen Preise, den das Gusseisen in Belgien der ungeheuren Produktion wegen erreicht hat, nicht teurer als Häuser von Backsteinen zu stehen kommen, vor diesen aber zahlreiche Vorzüge voraushaben. Sie sind im Sommer kühler und im Winter wärmer, schützen gegen Feuergefahr, gewähren bei Erdbeben und Überschwemmungen mehr Sicherheit und können sehr schnell hergestellt werden, da es nicht nötig ist, auf das Austrocknen der Materialien zu warten, wie bei steinernen Häusern.

Acht Tage nach der Bestellung kann ein solches Haus gegossen, acht Tage nachher an Ort und Stelle geschafft und aufgestellt sein. Den Grundbau machen sie überflüssig und sind der Gefahr des Einsturzes nicht unterworfen, die Gefahr der Zerstörung durch Rost aber ist nicht mehr zu fürchten, seitdem man ihr durch galvanische Überzüge zu begegnen gelernt hat. Wünscht man später eine Veränderung des architektonischen Stiels, so kann man das ganze Haus umschmelzen lassen. Die flachen Dächer können mit Rasen bedeckt und zum Trocknen und Bleichen der Wäsche gebraucht werden.

Nach den Kostenanschlägen Rigauds, welche der Direktor eines großen Eisenwerks in Belgien für richtig befunden hat, würde der Guss eines Hauses von Eisen mit drei Stockwerken und 17 bewohnten Zimmern nur 27972 Franc oder über 7000 Taler kosten. Das Gewicht desselben würde etwa 800t betragen. Der Transport eines solchen Hauses würde freilich nur zu Wasser oder auf einer Eisenbahn ohne zu große Kosten bewirkt werden können. Die Heizung dieser Häuser kann durch warme Luft geschehen, die von einer einzigen Wärmquelle in Souterrain ausströmt und in den Zwischenräumen der hohlen Wände zirkuliert.

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