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Ein neuer Windfangschließer

Ausgeführt von der Heimschutz-Metallwarenfabrik G.m.b.H., Berlin

Verkehrstechnische Woche • 7.11.1908

Mit der ungeheuren Steigerung des Verkehrs in öffentlichen Gebäuden kam man zu der Einsicht, dass Türen, die sich nur nach einer Seite öffnen lassen, ein Hindernis bedeuten und suchte diesem Übelstand durch Anordnung von durchschlagenden, sog. Pendeltüren abzuhelfen.

Um solche Türen stets in die geschlossene bzw. Mittelstellung zu bringen, wurden im Fußboden eingelassene Federn verwendet. Die Tür selbst ruht hierbei in Angeln oder sog. Zapfenbändern. Bei derartigen Anlagen stellte sich heraus, dass ein Bruch der Federn sehr häufig vorkam, deren Ersatz gefahrvoll, zeitraubend und verkehrshindernd war. Später ging man dazu über, amerikanische Doppel-Federbänder (auch Bommerbänder genannt) zu verwenden. Letztere sind den im Fußboden eingelassenen Federn insofern überlegen, als man die Federspannung mit Leichtigkeit vornehmen bzw. regeln kann.

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Das häufige Brechen der Federn ist jedoch hierbei nicht behoben, sondern tritt noch in gesteigertem Maße zutage. Es ist dies auf den Umstand zurückzuführen, dass sowohl bei den im Fußboden eingelassenen Federn, als auch bei Verwendung von Bommerbändern die Kraftäußerung direkt vom Drehpunkte der Tür ausgeht. Die Folge davon ist, dass derartig wirkende Federn eine äußerst große Kraftleistung zu bewältigen haben demzufolge und auch bei Verwendung des allerbesten Materials brechen müssen, wozu noch der Umstand tritt, dass die Anbringung der Federn in mehreren Bandgewinden auf dem kleinsten Raum erfolgt.

Alle bis jetzt bekannten Pendeltür-Beschläge haben außerdem den Nachteil, dass sie in der Mittelstellung der Tür sehr wenig Kraft äußern und nach kurzem Gebrauche dem Winddrucke nur mangelhaft widerstehen. Von einem Abhalten der Zugluft kann daher keine Rede sein. Die bisher angewendeten federnden Bänder oder alle sonstigen für Pendeltüren benutzten Vorrichtungen konnten nicht verhindern, dass die Türflügel ohne jede Hemmung ruhelos hin- und herbewegt wurden, bis ein Stillstand in der Mitte erfolgte.

Seit einiger Zeit wird unter der Marke Windfangschließer ›Rex‹ eine wohl beachtenswerte Neuerung in den Handel gebracht. Der Apparat ist im In- und Ausland patentiert, wird wie ein gewöhnlicher, einseitig wirkender hydraulischer Türschließer kleiner gefälliger Form, an beliebiger Seite der Tür befestigt und gestattet deren Öffnung nach innen und außen, indem der Hebel zwangsweise einmal über den Türflügel gehoben wird und bei entgegengesetztem Durchdrücken sich unter den Kämpfer senkt (s.Abb.). Die Feder wird durch besondere Vorrichtung bei der Bewegung nach außen oder innen, einmal vom äußeren, das andere Mal vom inneren Ende aus angespannt. Die Hemmvorrichtung des ›Rex‹ ist so beschaffen, dass selbst die schwersten Türflügel in beliebiger Gangart von beiden Seiten ohne jede Pendelbewegung nach der Mitte gelangen.

Wird die Tür mit roher Gewalt von der einen Seite nach der anderen durchgedrückt, bevor noch die gehemmte Bewegung nach der Mitte zu sich vollzogen hat, so sorgen Sicherheitsventile dafür, dass die alsdann einem großen Drucke ausgesetzte hemmende Flüssigkeit teilweise entweichen kann.

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Bei Verwendung des ›Rex‹ ist nur gewöhnliches Zapfenband erforderlich, da Federkraft und Hemmkraft in dem nach beiden Seiten arbeitenden Türschließer enthalten sind.

Bei Neubauten ist es zu empfehlen, die Türen für Zapfenband-Beschlag rechtzeitig einzurichten, weil nachträgliche Umänderungen unnötige Mehrkosten und Verzögerungen verursachen.

Das Wichtigste an dieser Neuheit ist, dass durch ihre Verwendung in öffentlichen Gebäuden die Verletzung von Personen verhindert wird. Es ist allbekannt, dass leider nur zu oft Arm- und Beinbrüche, arge Quetschungen usw. durch heftig hin- und herschlagende Pendeltüren hervorgerufen werden.

Dass auch die nachträgliche Verwendung des ›Rex‹ bei durchschlagenden Türen mit federnden Bändern oder sog. Kastenfedern usw. sehr zu empfehlen ist, bedarf wohl keiner Erwähnung.

Die Feder des ›Rex‹ wird dann nur wenig angespannt und bewirkt ein Festhalten des Türflügels genau im Mittelstande.

Der Apparat wird von der Heimschutz-Metallwarenfabrik G.m.b.H., Berlin, hergestellt, ist schon seit längerer Zeit in vielen öffentlichen Gebäuden des In- und Auslands im Gebrauch und ist auch vom Königlichen Polizei-Präsidium zu Berlin zur Verwendung bei durchschlagenden Türen zugelassen.

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