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Die große Sprengung in Hellgate bei New York

Die Gartenlaube • 1876

Die Leser dieses Blattes werden es mir verzeihen, wenn ich mich mit einem Knalleffekt bei ihnen einführe. Gestern sind in dem felsigen Fahrwasser zwischen New York und Long Island fünfzigtausend Pfund Nitroglycerin und Dynamit abgebrannt worden – die größte Sprengung, welche wohl je vorgenommen worden ist, und darum glaube ich, dass die Sache genügendes Interesse bietet, um ihre Schilderung lesenswert zu machen.

Der herrliche Hafen von New York hat, wie jede Karte zeigt, zwei Zugänge vom Atlantischen Ozean. Einer, der gewöhnlich benutzte, führt an den sandigen Untiefen New Jerseys vorüber und ist bei Ebbe und schlechtem Wetter nur mit Gefahr zu passieren. Die vor dem Hafen liegenden Sandbänke wechseln sehr in ihrer Form und Höhe, und tiefgehende Schiffe bedürfen der größten Aufmerksamkeit der Lotsen. Die Einfahrt durch den anderen Zugang ist möglich durch Eintritt der Schiffe an dem nordöstlichen Ende von Long Island, wo sie dann durch den zwischen dem Festlande und jener Insel liegenden Sund New York erreichen können.

Die Längen-Angaben und andere Maße des Original-Textes wurden in das metrische System umgerechnet.

So fahrbar nun auch der langgestreckte Sund selbst für die tiefstgehenden Schiffe sein mag, so bietet diese Passage doch dicht vor New York bedeutende Schwierigkeiten. Eine Anzahl größerer und kleinerer Inseln verengen dort die Straße, und neben sichtbaren Gneisriffen drohen verborgene Felsenuntiefen Gefahr. In wildem Wechsel ebben und fluten die Wasser durch die Enge zwischen Ward’s Island und Long Island, und selbst Dampfer haben dort oft ihre Not. Viele, viele Schiffe sind da schon gescheitert: der Ort ist verrufen und heißt nicht umsonst ›Hellgate‹ – das ist: ›Höllentor‹. Als eines der aller fatalsten Riffe war Hallett’s Reef bekannt, ein Felsenkopf, der sich gerade am diesseitigen Ende des Hellgate von dem Long Island-Ufer in den engen Fahrkanal hinein erstreckte. Dieses Riff war auch zur Ebbezeit mit Wasser bedeckt; es hatte eine Ausdehnung von 220 Metern, dem Ufer entlang, und von 95 Metern nach Norden, unter dem Wasser hin.

Hatte man nun auch im Laufe des letzten Jahrzehnts schon eine Anzahl der umliegenden Riffe durch Sprengungen von außen her auf passable Tiefe gebracht, so konnten doch an dieser gewaltigen Felsmasse solche Mittel nicht verfangen. Beseitigt aber musste sie werden, denn sie war nicht nur ein direkt gefahrdrohendes Hindernis, sondern sie gab auch den nach dem Sunde ebbenden Wassern eine gefährliche Richtung nach Ward’s Island hin.

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Eine vollständige Beseitigung jenes Riffes wurde beschlossen und mit den Arbeiten im Juli 1869, unter Leitung von General Newton, begonnen. Es handelte sich darum, der Felsenmasse von innen beizukommen, und die Verfahrungsweise war folgende: Zunächst wurde in dem Teile des Felsens, der über der Wasserhöhe an das Land stößt, eingebrochen und da bis auf die gewünschte Tiefe von 10½ Metern unter der Ebbemarke in möglichster Breite niedergegangen. Nach der Wasserseite nahm man so viel, wie man bekommen konnte, und so entstand eine schluchtartige Vertiefung von 46 Metern Breite und 29 Metern Entfernung vom Land zum Wasser. Hier wurde die Grenze durch einen halbringförmigen Kofferdamm gegen besonders hohe Fluten geschützt. In diesen Raum blickte man dann wie in einen tiefen Hof hinunter. In die anstehende Felsenwand wurden nun hallenartige Stollen getrieben, welche, fächerförmig auseinanderstehend, so weit geführt wurden, wie die Nähe des außenstehenden Wassers es erlaubte, und so hoch, wie das Dach es erforderte, welches zum Schutze stehenbleiben musste.

Durch Tausende vorher vorgenommener sorgfältiger Lotungen hatte man sich einen genauen Plan der äußeren Gestalt des Felsens verschafft und sorgte dafür, zwei bis drei Meter von seiner Begrenzung fern zu bleiben. Solcher Stollen mündeten zehn in den Hof, sie waren etwa sechs Meter hoch, bei einer Breite von drei Metern. Die zwischen ihnen gelassenen Pfeiler waren rund eineinhalb Meter stark, das am Rande sichtbare Dach zwei bis drei Meter.

Da es sich darum handelte, so viel Gestein wie nur immer möglich zu entfernen, wurden nun diese natürlichen Pfeiler wieder allenthalben durchbrochen, und zwar in Bogenlinien, welche mit der äußeren Begrenzung der Felsmasse parallel liefen und so dicht beisammen lagen, dass die Pfeiler als unregelmäßige Säulen von gut einem Meter im Quadrat stehenblieben und so das Dach trugen. Solcher Säulen blieben hundertzweiundsiebzig stehen. Auf diese Weise hat man den ganzen Felsen ausgehöhlt und in eine Art von luftigem Keller verwandelt, über dessen Gewölbe die strudelnden Wasser des Meeres in Ebbe und Flut hin- und herfuhren.

Freilich traf man häufig genug auf Klüfte und undichte Stellen, aber es ist immer gelungen, sie zu verkeilen, und in der Tat war am Schluss der Arbeiten die durchsickernde Wassermenge so gering, dass eine kleine Dampfpumpe genügte, die Grube trocken zu halten.

Gewiss hat gutes Glück hier mitgespielt, eine einzige große Kluft im Dach hätte noch in den letzten Tagen der Sprengarbeit in wenig Stunden den kostbaren Bau füllen können, und die ganze Mühe wäre vergebens gewesen.

Die große Sprengung von Hellgate war den New Yorkern längst zu einer Art Fabel geworden. Seit ein paar Jahren war das Wort nur immer kurz vor dem vierten Juli genannt worden, dem Tage der Unabhängigkeitserklärung, wo ganz Amerika mit Feuer spielt, Jung und Alt. Man erwartete, dass diese Hellgatebombe an diesem Tage platzen müsse. Doch die Arbeiten waren mehrfach liegen geblieben, weil der Kongress mit dem Gelde geknickert hatte und stets nur zögernd die zum Fertigbau nötigen Summen bewilligte.

Blick in den Schacht oder Hof von Hallet’s-Reef.

Blick in den Schacht oder Hof von Hallet’s-Reef. Für ›Die Gartenlaube‹ aufgenommen von Georg Asmus in New-York.

Da endlich kam vor etlichen Wochen die Kunde: Hellgate ist fertig; das Sprengmaterial ist zur Hand, und bald wird mit dem Laden begonnen werden. Die große Grube wurde jetzt ein vielbesuchter Ort, und da konnte man denn sehen, wie jeder Pfeiler, und ebenso die Decke, vielfach angebohrt war mit Sprenglöchern, welche die Patronen aufzunehmen hatten, die alles zerreißen sollten. Und nun begann eine Pilgerfahrt von neugierigen New Yorkern nach dem Hellgate – respective Astoria, einem neu angelegten Städtchen auf dem Landvorsprunge, dessen äußerstes Ende Hallett’s Reef bildet.

Da konnten wir denn sehen, was im Laufe der Jahre für eine Million Dollars geschehen war, und die beiliegende Skizze gibt vollkommen treu das wieder, was der Besucher von der Landseite aus sah: die niedergesprengte Schlucht mit einigen der unter das Wasser hingehenden Stollen.

Wer immer das Innere des Felsenkellers betreten wollte, konnte es tun. Gegen die Zahlung eines viertel Dollars wurde ihm von dem alten Wächter der Sprengstätte ein Regenschirm und die an einem Stecken schwingende Öllampe überreicht. Auf einem ziemlich bequemen Treppchen stieg er hinunter in den Hof und durfte dann in die Galerien treten.

Hier fand es jeder Sachverständige wunderbar trocken; wohl rieselte und träufte Wasser aus tausend Klüften, aber man begriff alsbald, dass die Hauptwassermassen klüglich abgefangen waren und dass kundige Leute da gewirtschaftet hatten. Nach Norden, der Wasserseite zu, neigte sich der schlüpfrige Weg und führte schließlich nach sackartigen Kammern, von denen man annahm, dass sie gründliche Ladungen aufzunehmen bestimmt waren. Jeder Pfeiler war bei einem Meter mit einem halben Dutzend Bohrlöcher versehen, und in jedem dieser steckte ein Brettchen mit einer Nummer darauf. Nach jedem Brettchen lief eine Schnur: diese Schnüre waren die Ariadnefäden, nach welchen sich die Leute zu richten hatten, welche in wenigen Tagen anfangen sollten, die Patronen einzuführen und diese dann mit der galvanischen Leitung in Verbindung zu setzen.

Es waren im Ganzen 3680 Bohrlöcher, welche, in Gruppen zu je zwanzig geteilt, ihre Verbindungsdrähte noch oben senden sollten. Bald wurde ein Befehl des leitenden Herrn, des General Newton, angeschlagen, bedeutend, dass fernerer Besuch untersagt sei; die Füllung der Sprenglöcher begann.

Mit größter Vorsicht wurden die Dynamitpatronen in den Schacht oder Hof geschafft und dann an Ort und Stelle getragen. Ihre Größe wechselt, denn man richtet sich da nach Härte des Gesteins, Masse, Klüftigkeit und dergleichen. Die größten Patronen sind einen Meter lang und haben acht Zentimeter im Durchmesser. Die Patronenhülsen bestehen aus wasserdichtem, starkem Papier, und jede hat am vorderen Ende einen Kupferdrahtring, welcher vier Stachelenden herausstreckt. Beim Einführen ins Bohrloch sperren sich diese am Gestein und halten so die Hülse in Position. Auf die Patrone kommt schließlich die Zündkapsel zu sitzen; sie ist einem großen Zündhütchen gleich, aus Kupfer und zunächst mit Knallquecksilber, dann mit Dynamit gefüllt. Aus jeder stehen zwei Drahtenden hervor, die bestimmt sind, mit den Leitungsdrähten der Batterien verbunden zu werden.

Es ist sehr begreiflich, dass ein Hauptaugenmerk darauf zu richten war, alle Sprenglöcher mit einem Schlag loszulassen, denn eine teilweise einseitige Explosion hätte leicht die Drähte zerreißen und so das ganze Werk ohne Rettung verderben können.

Ein zweites Mal war diesem Felsen vom Lande aus nicht beizukommen.

Die Arbeit schritt munter vorwärts – da explodierte auf dem Fluss ein kleines Boot mit Dynamit. Niemand weiß wie – und drei Arbeiter wurden nach allen Winden geblasen.

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Jetzt erst fingen die Leute, respektive die Zeitungen, an aufmerksam zu werden auf den Umstand, dass ungeheuere Mengen von bedenklichem Material so nahe der Stadt und noch näher den Ortschaften bei Hallett’s Reef aufgespeichert seien. Doch fort und fort wurden die Bohrlöcher geladen und schließlich vom General Newton die Kunde erlassen, dass die Sprengung am 24. September, Sonntag Nachmittag um 1 Uhr 50 Minuten vor sich gehen würde. Wie in ein Pulverfass schlug die Nachricht in das Lager der Sensationspresse sowohl, wie in das mancher frommen Leute. »Fünfzigtausend Pfund Nitroglycerin losschießen – kaum dreitausend Fuß von New York entfernt - dicht bei Astoria – das ist ein furchtbares Wagnis«, so riefen die Einen, und »am Sonntag solche Dinge vornehmen, ist ein Verbrechen«, die Anderen. Direkt und indirekt hatten die leitenden Ingenieure ihre Meinung verbreiten lassen: dass die Sache absolut ungefährlich sei für die Umgegend, dass die ganze Grube vor der Explosion mit Wasser gefüllt würde, dass man jeder Patrone hinlänglich Arbeit zugeteilt habe, um sicher sein zu können, dass das Ganze harmlos verlaufen müsse, und dergleichen. Von Häuptern des Muckertums wurde der General durch Briefe wegen des Sonntags gelangweilt, denen er ziemlich grob antwortete. Er hatte den Sonntag gewählt, weil ihm der gerade in den Weg fiel, denn vor Samstagabend konnten die Arbeiten nicht beendet sein, und dann war der Sonntag doppelt bequem, weil da weniger Fahrzeuge unterwegs sind. Die Ängstlichen schrieben sich die Finger lahm und prophezeiten den Untergang von halb New York. Diesen antwortete der General mit einer beruhigenden Notiz und empfahl den dicht bei Hallett’s Reef Wohnenden, Fenster und Türen offen zu halten und während der Explosion mit den Ihrigen ins Freie zu gehen. Dieses wurde natürlich als eine ernsthafte Befürchtung des Generals aufgefasst, und die Aufregung stieg von Minute zu Minute.

Endlich wurde es gestern, das heißt Sonntag, den 24. September. Ein widriger Nordost hatte schon am Tage vorher Regen gebracht, und er zerriss Tausende von freundschaftlichen Verabredungen für den andern Tag. Herbstlich dünn und unverdrossen tröpfelte es vom Himmel, und wer die Abneigung der New Yorker gegen Regen kennt, wird die Bedeutung der Tatsache begreifen, dass trotzdem alle nordwärts führenden Straßen mit beschirmten Fußgängern bedeckt waren. Ihr Referent befand sich auf der New Yorker Seite. Unter uns war der Fluss oder Meeresarm, gegenüber im Grau des Regentages Astoria und die Landzunge von Hallett’s Reef. Der direkte Abstand mochte an die 2000 Meter sein. Hunderttausend Regenschirme allumher auf den leeren Baugründen und Gneisfelsen. Es regnete etwa so, wie ein langweiliger Schwätzer das tut. Diensttuende Dampfer fuhren hin und wieder und wiesen freche Segelboote zurecht.

Zwei Uhr war vorüber und sichtlicher Ernst kam in den unübersehbaren Kongress von Regenschirmen. Alle kecken Segler und Ruderer waren beseitigt worden und trübselig hingen die nassen Flaggen von den Masten der Dienstschiffe, die jeden weiteren Zugang versperrten.

Die verschiedenen kleinen Felseninseln, welche in der kaum tausend Meter breiten Fahrstraße liegen, ragten düster aus dem Grau des Wassers in das Grau der Luft, und drüben lag still und schlafend Hallett’s Point, als ob es mit der ganzen Affäre nichts zu tun hätte. Doch in wenigen Minuten wird der zarte Finger eines Kindes, geleitet von dem tapferen General, den bedeutungsvollen Kontakt herstellen – in demselben Augenblicke werden 3680 Platindrähtchen glühend, und fünfundzwanzig Tonnen des furchtbarsten Sprengmittels werden mit einem Schlag explodieren. Was wird die Folge sein? Werden die Häuser schwanken und den Leuten auf die Köpfe fallen? Wird eine wütende Luftwelle entstehen, die Dächer fortfegt und Regenschirme raubt? Wer kann es wissen! So etwas ist noch nie probiert worden, und die Folgen sind unberechenbar, selbst für einen amerikanischen General und seine trefflichen technischen Adjutanten, die zufällig noch sogar Deutsche sind.

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Jetzt fällt ein Signalschuss – noch fünfzehn Minuten! Ein zweiter – noch fünf Minuten – und dann ein dritter. Kaum ist sein Donner verhallt, da steigt drüben eine weiße Wand aus dem Wasser empor. Sie ist wirklich so lang, wie wir wissen, dass das unterminierte Riff es ist, und sie erhebt sich etwa fünfzehn Meter hoch. Ehe wir des Eindrucks recht gewahr werden, steigt über den Wall ein brauner Kamm voll dunkler Flecke und Striche. Im nächsten Augenblicke bricht das sonderbare Bild in sich zusammen und ein weiter, weißer Strich bezeichnet die Stelle, wo Hallett’s Reef gesprengt worden ist. Tiefgrollender Donner trifft unser Ohr; die Erde hat kaum gezittert, und nur ein von dem Orte der Katastrophe weit abstrebender lichter Schaumring zeigt noch, dass dort etwas die Wasser bewegt hat. Der Ring geht weiter und weiter, säumt die Felseninseln mit schimmerndem Weiß und verläuft harmlos am Strande. Doch wo ist die gefürchtete Luftwelle? Träge und schlaff hängen die Flaggen an den nahen Masten – der Stoß ist nach oben gegangen; er hat auch nicht einen Regenschirm umgestülpt.

Wenn die Amerikaner überhaupt Anlage hätten, Schafsgesichter zu machen, so hätten sie das bei dieser Gelegenheit sicherlich zur Geltung gebracht. Weit davon war es bei den Meisten nicht. Dafür also waren sie herausgestrampelt – die Straßenbahnwagen waren ja alle überladen gewesen – durch Regen und Schmutz; darum hatten sie sich aufregen lassen seit Tagen – und kein Unheil war geschehen. Nur den kleinen weißen Putsch hatten sie in der Ferne gesehen.

Und jetzt wimmelte es auf der vorher so öden Wasserfläche von Fahrzeugen aller Art. Segel-, Ruder- und Dampfboote fuhren durcheinander, alle die Flaggen hoch, und die Pfeifen und Böller der Letzteren machten einen Lärm, gegen den derjenige der Explosion Kinderspiel gewesen war.

Mir und manchem Anderen aber lachte das Herz. Die Sache war geglückt in zweifacher Beziehung. Die Länge der aufgestiegenen Kaskade hatte bewiesen, dass die Explosion in der vollen Ausdehnung vor sich gegangen war, und die Abwesenheit jedes überflüssigen Spektakels, dass die Ingenieure richtig gerechnet hatten. Jede Patrone hatte ihr passendes Maß von Arbeit zugeteilt bekommen, und für übermütiges Spiel schien nur so viel Überschuss gegeben worden zu sein, dass den guten Neugierigen wenigstens ein kleines Schauspiel nicht entging.

So ist das gefährliche Riff in Trümmer gelegt, und in nicht langer Zeit wird man die noch etwa störenden Felsstücke heraufgeholt und im Meer versenkt haben, wo es tief genug ist.

Über die Tragweite des also gelungenen Unternehmens gehen die Ansichten weit auseinander. Jedenfalls ist für die Schiffe, welche unsere Nordostküste befahren, ein außerordentlicher Vorteil errungen worden; das so gefürchtete Hellgate ist von seiner größten Gefahr befreit. Ob aber die Ansicht mancher, dass auch die Europafahrer und besonders die Dampfer die Sundstraße der altgewohnten jetzt vorziehen werden, richtig ist, steht doch wohl sehr zu bezweifeln. Zwar ist der Sundweg der kürzere und ein Schiff hat die eigentliche Seereise überstanden, sobald es sich hinter der schützenden langen Insel befindet, aber in Hellgate wird noch manche große Sprengung vorgenommen werden müssen, ehe sich die Kolosse durch jenes enge Pförtchen in unseren Hafen zwängen.

• Georg Asmus

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