DaseinsvorsorgeEnergieversorgung

Leuchtgas aus Maikäfern

Das Pfennig-Magazin • 6.2.1841

Im vergangenen Frühjahr, wo bekanntlich die Menge der Maikäfer ungewöhnlich groß war, wurde in der Gasbeleuchtungsanstalt des Amalgamirwerks bei Freiberg ein Versuch mit der Anwendung der Maikäfer zur Gasbereitung gemacht, welcher ein sehr befriedigendes Resultat lieferte.

Nachdem ein Dresdner Scheffel = 47/10 Kubikfuß Maikäfer (etwa 42770 Stück enthaltend, welche 80 Pfund wogen) eingesammelt und dieselben getötet worden waren, wurden 3½ Kubikfuß der getöteten Käfer in die Gasretorte gebracht. Als dieselbe durch Steinkohlenfeuer zum Glühen gebracht worden war, entwickelten sich aus ihr 100 Kubikfuß eines schönen, mit intensivem Lichte brennenden Leuchtgases, das sofort verbraucht wurde. Der Rückstand von Maikäferkohlen maß 1⅓ Kubikfuß und wog 5 Pfd. 17 Lot, wonach 1 Kubikfuß getöteter Maikäfer (17 Pfd.) etwa 283/5 Kubikfuß Leuchtgas und 1 Pfd. 17 Lot Kohle geliefert hatten.

Die erhaltene Kohle, welche schwarz war und halbmetallischen Glanz hatte, verhielt sich einer guten tierischen Kohle gleich und gab, nachdem sie mit gereinigter Pottasche und Eisenhammerschlag geglüht worden war, eine sehr gute Blutlauge. Sie konnte zur Bereitung von Berlinerblau sowie auch zur Entfuselung des Branntweins verwandt werden.

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