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Das Schloss Belvoir

Das Pfennig-Magazin • 20.2.1841

Das Schloss Belvoir steht auf einem ziemlich hohen, isolierten Berg in der englischen Grafschaft Leicestershire und verdient den mit Belvedere und Bellevue gleichbedeutenden Namen, den es führt und der bisweilen in Beevor oder Bever verstümmelt vorkommt, wegen seiner malerischen Lage vollkommen. Der Hügel, welcher das Schloss trägt, ist nach der Sage von den Römern aufgeworfen worden, was jedoch wenig wahrscheinlich ist. Allem Vermuten nach war er schon vor ihrer Zeit vorhanden, doch mögen sie der Natur zu Hilfe gekommen sein, ihn steiler gemacht und ihm dadurch ein imposantes Ansehen gegeben haben. Die Aussicht, die man vom höchsten Punkt genießt, ist ebenso schön als umfassend; man erblickt nicht weniger als 174 Ortschaften.

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Das alte Schloss, das bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts auf der Stelle des Jetzigen stand, wurde im 11. Jahrhundert von Robert de Todeni gegründet, einem edlen Normannen, der Wilhelm den Eroberer als Fahnenträger nach England begleitete und dessen Nachkommen, die jetzt den Titel der Herzöge von Rutland führen, noch im Besitz des Schlosses sind.

Im Jahr 1645 war das Schloss während des Kampfes zwischen König und Parlament von den königlichen Truppen besetzt, die von hier aus durch plötzliche Ausfälle den in der Umgegend stehenden Parlamentstruppen großen Schaden zufügtem. Die Letzteren belagerten es daher im Winter 164546 vier Monate lang. Nach Verlauf dieser Zeit musste es sich, halb zur Ruine geworden, ergehen und General Poyntz nahm es in Besitz.

Im Jahr 1649 ordnete das Parlament mit Zustimmung des Grafen von Rutland die gänzliche Schleifung des Schlosses an. Nach der Restaurarion kehrte der Graf nach Belvoir zurück und erbaute das jetzige Schloss, das mit den dazu gehörigen Gärten und Anpflanzungen im Jahr 1668 vollendet wurde.

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