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Christina Rau taufte neuen Bahntunnel zwischen Potsdamer Platz und Landwehrkanal

Baustart an erster von vier 580 Meter langen Tunnelröhren im Südabschnitt

Deutsche Bahn AG • 24.11.1999

Zum Start der Bauarbeiten ist heute der neue Berliner Eisbahntunnel zwischen Potsdamer Platz und Landwehrkanal auf den Namen Christina getauft worden. Mit einem herzlichen »Glück auf« wünschte die Tunnelpatin Christina Rau, Gattin des Bundespräsidenten Johannes Rau, den Mineuren viel Glück und Erfolg und den Bauarbeiten einen glücklichen und unfallfreien Verlauf. Im Jahr 2005 soll die neue Eisenbahnverbindung mit den drei Bahnhöfen Lehrter Bahnhof [seit 2002: Hauptbahnhof], Regionalbahnhof Potsdamer Platz und Papestraße [seit 2006: Südkreuz] dem Verkehr übergeben werden.

An der traditionellen Tunneltaufe nahmen unter anderem auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Siegfried Scheffler, der designierte Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, der Staatssekretär der Senatsverwaltung Bauen, Wohnen und Verkehr, Ulrich Arndt sowie weitere Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft teil.

In seiner Begrüßungsansprache sagte der designierte Bahnchef Hartmut Mehdorn: »Die heutige Tunneltaufe ist ein weiterer wichtiger Meilenstein beim Bau der neuen Eisenbahnverbindung in der Mitte Berlins. Seit der Wende sind schon mehr als acht Milliarden DM in die Schieneninfrastruktur der Hauptstadt geflossen. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird Berlin über eines der modernsten und leistungsfähigsten Bahnnetze verfügen.« Insbesondere vor dem Hintergrund der schwierigen Baugrundverhältnisse in Berlin sei der Tunnelbau auch heute noch eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Gleichzeitig beglückwünschte er die Ingenieure für den erfolgreichen Abschluss der Schildvortriebsarbeiten unter dem Tiergarten.

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Der Parlamentarische Staatssekretär Siegfried Scheffler betonte: »Mit dem Ausbau des Fernverkehrsnetzes, dessen Kernstück die Nord-Süd-Verbindung ist, wird Berlin eine schienenorientierte, europäische Metropole mit Vorbildcharakter. Mit der Einheit haben Bund, Senat und Bahn hier die einmalige Chance für den Bau durchgehender Eisenbahnverbindungen genutzt, die Reisezeiten auch im internationalen Verkehr werden sich damit erheblich verringern. Mit einer modernen Bahn wird die Bundeshauptstadt den Verkehrsanforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sein.«

Staatssekretär Ulrich Arndt sagte: »Berlin liegt im Zentrum eines zusammenwachsenden Europas. Die deutsche Teilung war für Berlin mit einer Stagnation im Eisenbahnverkehr verbunden. Nach zehn Jahren schließt Berlin nun wieder an das neuzeitliche Eisenbahnzeitalter an. Die Tunneltaufe heute gibt einen weiteren Startschuss zu einer Zukunft als Metropole, die auf dem Schienenweg mit allen großen Städten Europas verbunden ist. Berlin wird wieder Eisenbahnmetropole.«

Frau Christina Rau taufte die insgesamt vier Tunnelröhren und versprach, sich von Zeit zu Zeit vom Fortschritt der Arbeiten zu überzeugen. Die »Tunneltaufe« geht zurück auf eine alte Berg- und Tunnelbau-Tradition. Demnach werden Stollen und Tunnel beim sogenannten »Anschlag«, dem Beginn des Vortriebs, getauft und tragen während der Bauzeit den Vornamen der »Tunnelpatin«. Sie übernimmt symbolisch die Stelle der Heiligen Barbara, die seit dem Mittelalter als Schutzheilige der Artillerie, der Mineure und der Bergleute verehrt wird. Ihr Namenstag, der 4. Dezember, wird auf Tunnelbaustellen traditionell mit einer »Barbarafeier« begangen.

Die Tunneltaufe findet am Landwehrkanal im südlichen Abschnitt der rund neun Kilometer langen Nord-Süd-Verbindung statt. Zwischen Potsdamer Platz und Landwehrkanal entstehen unterirdisch vier jeweils etwa 580 Meter lange Röhren für den Fern- und Regionalverkehr. Die Tunnelbauarbeiten erfolgen in diesem Bereich im bergmännischen Verfahren mit Hilfe von Schildvortriebsmaschinen. Es sind dieselben beiden Maschinen, die die vier 710 Meter langen Tunnelröhren zwischen Reichstag und Lenné-Dreieck aufgefahren hatten. Dabei hatten sich die speziell für die Berliner Bodenverhältnisse gebauten computergesteuerten und nahezu vollautomatisch arbeitenden Schildvortriebsmaschinen bestens bewährt.

Im Unterschied zum nördlichen Bereich, in dem die Start- und Zielbaugrube in offener Bauweise erstellt wurde, erfolgt der Schildvortrieb im südlichen Abschnitt aus einem Senkkasten heraus. Dieser ist der erste von sechs Senkkästen, die auf einer Länge von 230 Metern die südlichen Tunnelbauwerke bilden. Die Tunnelbauwerke wurden an der Geländeoberfläche errichtet und anschließend über 22 Meter tief in den Untergrund abgesenkt.

• Presseinformation der Deutschen Bahn AG

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